Happy Birthday, Lionel.

Hallo meine Lieben,

Jedes Jahr das selbe Problem. „Was schenke ich Lionel zum Geburtstag?!“
Ich habe das Pech, dass mein Sohn eine Woche nach Weihnachten Geburtstag hat. Eine Woche.
Ihr wisst, was das heißt. Der Weihnachtsmann überhäuft das Kind mit Geschenken und ist der coolste Boy auf der Welt. Wie soll Muddi da bloß mithalten?
Mal ganz abgesehen davon,… Er hat dann wieder einen Berg Spielzeug, der nach zwei Tagen in der Ecke liegt. Sinnlos.

Dieses Jahr sollte sein Geburtstag etwas ganz Besonderes werden. Ich wollte unbedingt, dass Lionel ein Geschenk bekommt, das er nie vergisst.


Die schönsten Geschenke sind meiner Meinung nach Erfahrungen oder Erinnerungen. Ich persönlich erinnere mich nicht an viele materielle Geschenke zurück.
Es sind die schönen Momente, die zählen. Und diese bleiben im Kopf.

Mehrere Monate fragte er mich immer wieder: „Mama? Können wir mal Hubschrauber fliegen?“
Wie er darauf kam? Keine Ahnung. Nachdem ich online gesehen hatte, was so ein Flug kostet, flog ich fast aus den Wolken.
Man konnte sich zwischen einem Überlandflug und einem Flug über der Frankfurter Skyline entscheiden. Was soll ein Kind mit Feldern und Wäldern?
Es musste der Flug über der Skyline sein, das war mir sofort klar. Logischerweise konnte und wollte ich ihn nicht alleine fliegen lassen, somit verdoppelte sich der Preis.
420 €. Gott sei Dank sind wir Südländer. Wieso Gott sei Dank? Mensch Leute… Südländische Familien sind groß.
Also schnappte ich mir mein Telefon und forderte alle auf zusammenzulegen, um Lionel seinen Wunsch zu erfüllen.
Nachdem ich das Geld für den Flug zusammen hatte, ging ich los und kaufte den Gutschein. Natürlich war es etwas seltsam, dass er am Ende nur ein Stück Papier in der
Hand halten würde, aber auf dem folgenden Bild könnt ihr seine Reaktion sehen und ich denke die spricht für sich 🙂

02. Januar 2016, Lionels 5. Geburtstag
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Nachdem er sein Geschenk bekommen hatte, mussten wir mit dem Veranstalter einen Termin finden. Ich dachte natürlich, dass das einfach werden würde. Pustekuchen.Der Veranstalter sendete mir eine Mail zu, in der Termine vorgegeben wurde. Ein Termin pro Monat. Ich dachte, ich lese nicht richtig. Alle Termine fielen auf Samstage. Samstage, an denen ich schon etwas vor hatte. Ich war stinksauer und schrieb direkt eine fette Beschwerdemail: „Mein Sohn bekam den Flug zu seinem fünften Geburtstag und soll jetzt mehrere Wochen warten, bis er sein Geschenk bekommt?“
Ich konnte keine Antwort abwarten und griff nach drei Minuten zum Hörer. Die Frau auf der anderen Seite fing direkt an zu lachen, als ich mich vorstellte. „Sie lachen, sie haben meine Mail wohl schon gelesen?!“
Natürlich hatte sie das. Daraufhin erklärte sie mir, dass ihr Unternehmen keinen festen Standort hat und  sie in ganz Deutschland von Flughafen zu Flughafen fliegen. Na gut. Dann war das halt so. Glücklicherweise kamen sie mir entgegen. Unser Flug startete vormittags und somit kollidierten meine Termine auch nicht miteinander.

Zwei Tage vor dem Flug bekamen wir eine E-Mail, in der alle wichtigen Informationen standen (Adresse, genaue Uhrzeit).
Ich fuhr zwar pünktlich los, kam aber trotzdem zu spät. Wie immer. Lag aber daran, dass keine Hausnummer angegeben war (Abflughalle am Tower neben Restaurant). Danke. Man kann doch einer Frau, die null Orientierungssinn hat nicht so eine unpräzise Nachricht senden.Wir standen natürlich erstmal vor dem falschen Gebäude. Die Frau an dem Schalter sagte mir dann, wo wir lang müssen. Wir los gerannt. Los gerannt, aber in die falsche Richtung. Als ich gerafft hatte, dass wir falsch sind (überall nur Bauern mit ihren Traktoren), rannten wir wieder in die andere Richtung. Ich schwör’s euch, mir kam es vor wie in einem Film. Shawnee war dabei und wollte den „coolen“ Gang filmen, währenddessen fiel ihr ihre Banane aus der Tasche, ich bekam Atemprobleme und Lionel fing an zu heulen. Maaaann!! Natürlich klingelte dann mein Telefon. Der Veranstalter war dran und wollte wissen wo wir bleiben. Ich voll aus der Puste: „Ich seh‘ den Tower, ich sehe ihn, wo muss ich hin“
Er dachte hundert Pro: „Alter, was’n mit der los?? Kann die net lesen? In der Mail stand doch die genaue Beschreibung.“
Ja,ja. Leck mich. Ich hab’s gefunden. Bin zwar schon bevor ich im Hubschrauber saß fast abgekratzt, weil ich nur einmal im Jahr renne, aber ich hab’s gefunden.

27. Februar 2016, Tag des Hubschrauberfluges

hubschrauber2

hubschrauber

Als ich vor dem Hubschrauber stand dachte ich nur: „Man ist das Ding winzig, wir werden sterben. Tschüss Welt. Das war’s dann.“
Wenigstens war der Assistent des Pilots ein Gentleman und half uns „an Bord“.
Bevor er den Motor anwarf erklärte er uns noch, dass wir die Kopfhörer aufsetzen müssen, damit wir uns gegenseitig hören können.
Man fühlten wir uns cool, mit diesen Kopfhörern.

 

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Dann ging es los. Ich dachte, dass der Hubschrauber ohne Ende wackeln würde, aber eigentlich war der gesamte Flug extrem chillig.
Ihr müsst wissen, dass ich keine Höhenangst oder sonstiges habe. Ich habe immer nur Angst, dass mir kotzübel wird. Mir wird schon als Beifahrerin schlecht, wie soll ich dann Hubschrauber fliegen oder Achterbahn fahren? Ich lasse solche Dinge eigentlich grundsätzlich. Ich geh‘ nur zum Fressen auf die Kerb. Ist doch eh nur Geldrausschmeisserei. Ich gebe doch kein Geld aus, damit ich kotze, hallo? Geld für’s Kotzen bezahlen? Nee, danke.
Unser Flug dauerte 30 Minuten und war wirklich informativ. Der Pilot ging auf unsere Fragen ein und erzählte uns regelmäßig wo wir uns befinden. Das Highlight des Fluges war natürlich der Blick auf die Skyline. Wenn man von unten auf die Skyline blickt, fühlt man sich winzig und wenn man oben runter schaut, kommt einem immer alles so winzig vor.
Auch die Landung war entspannter, als ich es gedacht hätte. Im Flugzeug krallt man sich bei der Landung immer am Nachbar fest. Was das bringen soll, weiß ich auch nicht. Mache es trotzdem. Ja, auch in Zukunft. Jedenfalls kamen wir locker flockig wieder auf der Erde an und ich lebe. Sorry, wir leben.

 

Bildschirmfoto 2016-02-28 um 22.10.18 Bildschirmfoto 2016-02-28 um 22.12.46 7

Fazit:
Der Flug war teuer,ja. Man sollte allerdings bedenken, dass der Hubschrauber getankt werden muss, das Personal bezahlt werden muss und noch etliche andere Kosten mit einfließen.
Meiner Meinung nach war es das wirklich wert. Lionel hatte Spaß und war glücklich. Wenn mein Junge glücklich ist, dann bin ich das auch.
Hab gehört, man kann Glück nicht kaufen. Lüge. Geht mit euren Kindern Hubschrauber fliegen, dann  sind eure Kinder glücklich seid ihr die coolsten Eltern der Welt 😀

 

Schönen Wochenstart!

Zum Video geht’s hier: https://youtu.be/K4QPnYvgDWA

 

 

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8 Kommentare

  1. Sehr sehr schöner Text! Man kann sich vorstellen das du deine Blogeinträge einem vorliest. Ich hoffe Lionel wird sich an seinem 18.Geburtstag und weit darüber hinaus daran erinnern.

  2. Liebe Dèsi, einfach wunderbar bezaubernd, erfrischend und so natürlich – diese Einblicke aus deinem Leben, die du einem gewährst! <3 Das musste ich dir sagen – wollte es schon auf deinen vorherigen Post tun, habe mich jedoch (noch) nicht getraut. 😉 Eine schöne Woche, Jenny.

  3. Hallo 🙂

    ich muss sagen ich kommentiere selten was, da wir uns nicht persönlich kennen und ich dann nicht will dass du denkst „hä wer ist das :D“ aber naja vllt sollte man manchmal auch einfach weniger denken :D. Aufjedenfall muss ich jetzt mal loswerden, dass es einfach total Spaß macht deinen Blog zu lesen. Du hast einen so witzigen und erfrischenden Schreibstil, das man davon gar nicht genug bekommt <3. Bitte weiter so und mehr davon 🙂

  4. Kann das sein , daß die Désirée einige Romane von Kerstin Gier gelesen hat ? Der Schreibstil jedenfalls ähnelt deren Stil.
    Witzig ist´s allemal. Mit Weisheiten die einem das Leben beschert.Der Blog ist zumindest unterhaltsam . Wird weiter beobachtet !

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