Hass.

Hallo meine Lieben,

Vor kurzer Zeit habe ich euch auf Instagram gefragt, ob ihr Ideen oder Wünsche für Blogposts habt.
Plötzlich stand unter meinem Beitrag das kleine, unscheinbare, englische Wort „hate“
Ich habe echt ewig darüber nachgedacht, ob das ein Thema ist, über das ich schreiben kann bzw. schreiben soll…
Letztendlich habe ich mich dafür entschieden, denn Hass ist ein Thema, das immer aktuell ist und uns alle betrifft. Ich finde, dass man dieses Thema nicht totschweigen sollte. „Hass“ ist ein Wort, dass wir viel zu oft verwenden, ohne es vorher durchdacht zu haben. Ein hartes Wort.

Hass bzw. Mobbing (im Netz) ist schon lange keine Seltenheit mehr. Ich habe mir im Internet Statistiken zu diesem Thema angesehen und bin fast aus den Latschen gekippt. Laut klicksafe.de gaben 38% der befragten Jugendlichen an, dass sie schon einmal von einer Person aus dem Bekanntenkreis fertig gemacht wurden.

Wir kennen es alle. Man schreibt ganz normal mit einem Freund oder einer Freundin in What’s App und plötzlich kommen Missverständnisse auf. Missverständnisse, die zu einem Streit führen. In vielen Fällen wird kein persönliches Gespräch aufgesucht und jeder beharrt auf sein Recht. Ja, ja. Die Menschheit und der Stolz. Freundschaften enden und führen ggf. zu Mobbing.
Ich habe leider auch oft genug mitbekommen, dass unschuldige Kinder gemobbt wurden. Grundlos.

Ich gehörte auch einmal zu diesen Kindern. Ich wurde gemobbt.

Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Ich war 15 Jahre alt. Es ist also schon fast zehn Jahre her.
Die Person die mich mobbte, war im Unterricht mein Sitznachbar. Eigentlich war es immer ganz cool. Wir haben uns super verstanden und viel gelacht. Nach der Schule traf ich mich oft mit einem Jungen, der für mich bloß ein guter Kumpel war. Mein Sitznachbar zog mich in der Pause immer damit auf und sagte, ich sei in diesen Jungen verliebt. Selbst wenn es so gewesen wäre, hätte es ihm am Arsch vorbei gehen können.  Irgendwann reichte mir diese Hänselei und ich schrie ihn an: „Du wirst nie eine Chance bei mir haben, du bist doch nur eifersüchtig!“
Er lachte: „Wie kommst du darauf, dass ich in dich verliebt bin?“

Das war ein Tag vor den Weihnachtsferien. Ich wusste, dass nach den Ferien alles anders sein würde.
Als nach den Ferien morgens der Wecker klingelte, wollte ich nicht aufstehen. Ich hatte Bauchschmerzen und das, obwohl noch gar nichts passiert war.
Meine Freundin holte mich wie jeden Morgen von zu Hause ab, um gemeinsam mit mir den Weg zur Schule anzutreten. Sie war fest davon überzeugt, dass sich nichts ändern würde.
Ich wusste aber, dass sie sich irrte.
Von diesem Tag an war alles anders. Ich wurde gerempelt und wurde beleidigt. Klischee halt.
Im Sportunterricht hatte er es auf mich abgesehen und warf mir den Ball regelrecht gegen die Birne.
„Das hast du Hässlichkeit davon!“
Der Sportlehrer sah mich in diesem Moment an. Was er tat? Nichts. Diesen Moment, werde ich nie vergessen. Ein Lehrer. Ein Mensch, der so viel Macht hat, tat garnichts. Er drehte sich um und ignorierte das Geschehen. Ich war sprachlos und rannte weinend aus der Sporthalle.

Meine Eltern bekamen natürlich mit, das etwas nicht stimmte und handelten glücklicherweise sofort.
Nachdem unsere Eltern miteinander sprachen, ignorierte er mich.
Als er krank war, sprach unser Klassenlehrer mit uns. Diejenigen, die schon einmal von ihm gemobbt wurden, sollten die Hand heben. Ratet, wie viele Hände hoch gingen.
Genau. Alle. Klar, irgendwann kehrte Ruhe ein, dennoch sind das Geschehnisse, die man nicht vergisst. Damals war ich nicht so stark, wie ich es jetzt bin.

Das letzte Ereignis, das mich wirklich mitnahm, ist noch gar nicht so lange her. Dezember 2015.
Diejenigen, die mir schon länger folgen, haben mitbekommen, dass die letzten zwei Jahre nicht ganz so einfach für mich waren. Vor allem im letzten Jahr war ich vom Unglück verfolgt. Dauernd gingen mir irgendwelche alltags Gegenstände kaputt. Ich sparte letztes Jahr wie eine verrückte für eine neue Kamera, weil meine alte defekt war. Nachdem meine beste Freundin und ich einen Autounfall hatten, bei dem mein Auto einen wirtschaftlichen Totalschaden davon trug, startete sie ohne mein Wissen, einen Monat vor meinem Geburtstag in einer geheimen Facebook-Gruppe „Crowdfunding“.
Sie schaffte es über 1600,- für mich zu sammeln und überraschte mich zu meinem Geburtstag mit diesem einmaligen Geschenk. Hätte ich von dieser Aktion mitbekommen, hätte ich sie sofort abgebrochen, weil ich zu stolz bin, Hilfe von anderen Menschen anzunehmen. Shari wusste das, deshalb hielt sie es vor mir geheim. Was genau „Crowdfunding“ ist, könnt ihr im Internet nachlesen.

Dass es Menschen gibt, die Aktionen wie diese nicht unterstützen, ist mir bewusst. Ich finde aber, dass man dann einfach die Klappe halten und weiter scrollen sollte.

„I was always told: if you can’t say something nice, say nothing at all.“

Diesen Spruch sollten sich einige zu Herzen nehmen. Wieso?
Nun ja. Im Dezember stürzte sich eine mir wildfremde Person auf mich und unterstellte mir, ich sei eine Schmarotzerin. Er beleidigte nicht nur mich, sondern auch meine Community, die mir das Geld schenkte.
Ich hätte das Geld an hilfebedürftige Menschen spenden sollen, wurde mir geschrieben. Das Geld für mich auszugeben hätte mich unsympathisch gemacht. Es würde ja so viele Menschen geben, die leiden und ich bekomme Geld für eine Kamera in den Arsch gesteckt. Er hätte ja auch gerne eine X-Box, aber hat keine Knete.
Die Menschen, die mir dieses Geld geschenkt haben, haben in mein Unternehmen investiert. Crowdfunding. Mehr habe ich dem nicht hinzuzufügen.

Seinen einseitigen Text postete er nicht nur unter mehrere Instagram-Beiträge, nein. Er bombardierte meine Facebook-Seiten und schrieb mir sogar auf meinem privaten Profil. Nach unzähligen Diskussionen blockierte ich ihn, doch er erstellte sich ein neues Profil und schikanierte mich weiter. Ich hatte Bauchschmerzen. Zwei Wochen lang. Ich hatte meine Lust am Posten verloren und tauchte für zwei Wochen ab. Zwei Wochen keine Beiträge, weil ich meine Ruhe brauchte. In diesen zwei Wochen hatte ich sogar überlegt, meine Seite zu löschen. Aber ich tat es nicht. Euch zu Liebe. Ihr habt mir in den letzten drei Jahren, die ich auf Facebook aktiv bin so viel zurück gegeben, so viel Mut zugesprochen und mich unterstützt, indem ihr meine Beiträge geliked oder kommentiert habt. Ich darf mich von solchen Idioten nicht unterkriegen lassen. Ich muss lernen, mit „Hatern“ umzugehen, denn ich stehe in der Öffentlichkeit.
Ich werde solchen Idioten keine Aufmerksamkeit mehr schenken, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar.

Mir stellt sich immer wieder die Frage, wieso Menschen so etwas tun. Ist es Neid? Unzufriedenheit mit der eigenen Person?
Es gibt unzählige Menschen, die mit Mobbing nicht klar kommen. Mobbing kann zu körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen führen. Es gibt sogar Menschen, die aufgrund von Mobbing suizidgefährdet sind.
Wenn ihr zu den Opfern gehört, dann lasst euch eins sagen: Ihr seid nicht allein!
Sucht die Schuld nicht an euch und isoliert euch bitte nicht! Das ist das schlimmste, was ihr tun könnt! Ihr dürft euch nicht dafür schämen, denn ihr könnt nichts für die Dummheit solcher Menschen. Sucht euch Hilfe von außen!

Ab und zu muss man ernste Themen ansprechen. Das Leben ist nicht immer lustig und das wissen wir alle.

Musstet ihr schon Erfahrungen sammeln? Was habt ihr dagegen getan?

Das könnte dir auch gefallen...

10 Kommentare

  1. Liebe Desiree.

    Einen tollen Blogeintrag hast du da geschrieben. Mobbing ist übel und kann oft bleibende Schäden der Psyche verursachen. Auch ich durfte die Erfahrung als Kind und Teenie in der Schule machen. Ich weiß bis heute nicht genau warum, sie mobbten mich weil ich zu dünn war und dann weil ich dünn war, eine Zahnspange hatte und dadurch Hamsterbacken hatte. Ach und die Brille nicht zu vergessen. Getan habe ich nicht viel dagegen, dafür war ich zu jung. Ich glaube Kinder sind da ziemlich machtlos und leiden noch mehr.
    Gepaart mit anderen Vorkommnissen in meiner Kindheit hat das Ganze definitiv Schäden hinterlassen. Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein sind bis heute eher Fremdwörter für mich.
    Wenn meinen Kinder einmal so etwas widerfährt weiß ich, dass ich stärker eingreifen werde, damit sie nicht auch später solche Probleme haben.

    1. Ich finde es immer wieder traurig und erschreckend, dass so wenig Menschen dieses Thema ernst nehmen und etwas dagegen tun. Jeder Mensch ist schön und du solltest niemals daran zweifeln! ❤️

  2. Liebe Désirée,
    ich bin durch Zufall vor ein paar Monaten auf deine Seite aufmerksam geworden und fand dich sofort sympathisch. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht war über dieses Thema zu schreiben. Dieser Blogpost ist sehr persönlich, sodass man eine andere Seite an dir „kennen lernen“ konnte. Bisher kamst du nur als lustige, offene und selbstbewusste Frau rüber und ich hätte niemals gedacht, dass du auch solche „mobbing“ Zeiten durchleben musstest. Ich habe großen Respekt, davor, dass du diesen Post geschrieben hast.
    Lass dich niemals unterkriegen! 🙂 Es ist wichtig, dass du das liebst, was du tust und das kann dir auch keiner kaputt machen.
    Es gibt leider viele Menschen, die einem sein Glück kaputt machen wollen – aus Neid heraus.
    Das deine Freundin so ein tolles Projekt auf die Beine gestellt hat, ist bewundernswert und ich gönne es dir von ganzem Herzen. Wenn meine Freunde für mich so etwas tun würden, wäre ich ihnen auch mega dankbar und dabei wäre es mir ganz egal, ob irgendwelche Leute neidisch sind.
    Bleib so wie du bist und mach weiterhin so wundervolle Bilder, damit wir noch lange was von dir zu sehen/lesen bekommen 🙂

    Liebe Grüße
    Lea

    1. Missgunst ist eine ganz hässliche Eigenschaft. Ich hoffe, dass ich in Zukunft weniger solcher Menschen treffen muss. Vielen lieben Dank für deine netten Worte ❤️

  3. Neid ist das was die Menschheit treibt.. Als ich das gelesen habe musste ich mich auch an ein paar Situationen in meinem Leben zurückerinnern. Es gibt nicht wertvolleres als die Familie und Freundschaft. Und wenn man so tolle Menschen um sich hat die für deinen Traum Leute zusammentrommeln um ihn dir zu ermöglichen hast du alles richtig gemacht! Schau was du alles schaffst und was du alles bewegst lass dir das niemals nehmen !

  4. Liebe Desiree,

    großen Respekt für deinen Blogeintrag, ich finde es wichtig und gut über solche Themen zu sprechen.
    Ich wurde ebenfalls in der Schule gemobbt auch in der Teenager-Zeit. Von einem Tag auf den anderen gab es anscheinend Dinge an mir, Charaktereigenschaften oder optische „Makel“ die andere dazu veranlassten mich fertig zu machen.
    Wie meine Vorrednerin hatte ich auch eine Zahnspange…ich hatte schon als Kind eine kleine Kieferfehlstellung und deshalb waren meine Schneidezähne ziemlich auffällig…hinzu kommt, dass ich eine sehr ehrliche und faire Person bin, die sagt was sie denkt, sich für Benachteiligte einsetzt und sich gegen die Mobber gestellt hat, leider wurde mir auch daraus ein Strick gedreht…das ganze ging so weit, dass mich sogar am Ende zwei meiner zuvor besten Freundinnen anfingen zu beleidigen und zu mobben…
    Bis zum Ende der Schulzeit verfolgte mich diese Zeit, heute weiß ich, dass mein Verhalten stets richtig war 🙂

    1. Es ist echt schade, wie wenig Menschen etwas gegen Mobbing unternehmen und das unterschätzen. Das macht mich teilweise wirklich wütend. Ich hoffe du konntest dich erholen! Liebe Grüße

  5. Hallo liebe Desiree,
    mit deinem post sprichst du mir so aus der Seele. Auch ich wurde jahrelang in der Schule gemobbt, das ging schon in der Grundschule los, weil ich angeblich zu dick war. Ich war eben nicht super dünn, hatte vielleicht das ein oder andere Kilo zu viel, war aber nie dick. Die mobbing Aktionen gingen so weit, dass ich mich krampfhaft immer weiter runter gehungert habe. Die mobbing Aktionen haben deshalb nicht aufgehört und ich habe lange gebraucht darüber zu stehen. Aber auch auf der weiterführenden Schule wurde ich immer wieder gemobbt, obwohl… oder vielleicht gerade weil ich mich zurück gezogen habe und versucht habe keine Angriffsfläche zu bieten.
    Noch heute habe ich mit diesen Erinnerungen zu kämpfen und ein Problem damit offen auf neue Menschen zu zugehen.
    Es ärgert mich immer wieder, dass diese Menschen von damals noch heute so viel Macht über mich haben. Was mich noch mehr ärgert ist, dass Mobbing heute wohl immer mehr zum Alltag gehört und viele Mobbing Opfer denken sie müssen das ganze aushalten bis sich das alles von selbst erledigt.
    Ich denke das man öfter über solche Themen reden sollte, deshalb finde ich deinen post einfach klasse! Die meisten Menschen verschließen einfach ihre Augen vor solchen Situationen…

    1. Tut mir sehr Leid, dass du negative Erfahrungen wie diese sammeln musstest. Du solltest aber immer daran denken: Was dich nicht umbringt, mach dich stärker! Gebe diesen Menschen nicht diese Macht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.