Jedes Tattoo erzählt eine Geschichte

Hallo meine Lieben,

Es ist schon wieder gefühlt eine Ewigkeit her, dass ich gebloggt habe.
Derzeit ist in meinem Leben so viel los, dass ich einfach nicht dazu komme, regelmäßig zu schreiben.
Mein Kopf explodiert – so viel habe ich vor. Manchmal weiß ich garnicht, wo ich anfangen soll. Am liebsten würde ich alles auf einmal machen, kennt ihr das?

Ich will aber nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ich werde jetzt wieder regelmäßig bloggen – ich muss nur endlich eine Routine in meinen Alltag bringen. Das ist manchmal leichter gesagt als getan… vor allem, wenn man Mama ist, studiert, fotografiert und auch noch bloggt. Ich bin ein kleiner Chaot und muss das endlich auf die Reihe kriegen 😀


Heute schreibe ich über ein Thema, dass ich ganz schön lange vor mir hergeschoben habe, obwohl es das meist angefragteste war.
Wieso ich es so lange vor mir hergeschoben habe, kann ich garnicht so genau sagen. Nun sitze ich hier vor meinem Bildschirm mit einer Tasse schwarzem Tee, damit ich nicht einschlafe und drehe die Zeit sieben Jahre zurück. Vor ca. sieben Jahren ließ ich mir mein erstes Tattoo stechen. Damals wollten es mir noch alle ausreden.

„Nein Dési, mach das nicht, das geht nie wieder weg!“

Ich gehörte noch nie zu der Sorte Mensch, der man irgendwas ein- oder ausreden konnte. Ich habe meinen eigenen Kopf und das ist auch gut so. Sonst wäre ich heute nicht da, wo ich bin.
Als ich mir mein erstes Tattoo stechen ließ, war ich junge 18 Jahre alt und  hatte gerade die Schule geschmissen (Sie hat die Schule geschmissen? Kannst du hier nachlesen).
Für mich war schon immer klar, dass ich mir nur etwas stechen lasse, das zu mir passt.

Was war denn nun mein erstes Tattoo? Ein Notenschlüssel.

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„Whaaaat? Wie mainstream bist du dennnn???“

Ich schwöre auf „Ptasie Mleczko“ (oh mein Gott, ich würde sterben für das Zeug), damals hatte noch kein Schwein so ein Tattoo (Bis auf Rihanna!)
Ich habe mir den Notenschlüssel auch nicht aus ästhetischen Gründen stechen lassen. Als ich damals von Frankfurt nach Groß-Umstadt zog, wollte ich unbedingt singen und bekam im Schulchor den Platz als Solosängerin.

„Jetzt singt sie auch noch!“

Ja. Wer hätte das gedacht? Die Alte singt auch noch. Leider hat sich das nach meinem Schulabschluss und der Geburt von Lionel alles geändert. Ich hatte einfach keine Zeit und ehrlich gesagt auch keine Lust mehr. Mittlerweile gröle ich nur im Auto und unter der Dusche…


Eigentlich war nie ein zweites Tattoo geplant. Ich wollte nur den Notenschlüssel und fertig. Aber ihr kennt das ja… Wenn man einmal anfängt, kann man nicht mehr aufhören.
Das ist wie mit Chips. Oder Nachos. Na super, jetzt habe ich Lust auf Nachos… und Radler. Nachos und Radler.
Das zweite Tattoo habe ich mir dann kurz nach der Geburt von Lionel stechen lassen. Könnte ja sein, dass ich seinen Namen vergesse, deswegen habe ich mir ein „L“ auf die Brust stechen lassen.  (Achtung, bevor wieder jemand denkt, ich würde das ernst meinen, … SARKASMUS!! )

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Nach den zwei Tattoos war erstmal eine zeitlang Ruhe.
Bis dato war mir nie bewusst, dass ich zu jedem neuen Lebensabschnitt oder einer Lebenskrise zum Tätowierer gerannt bin.

Nach einer fürchterlichen Trennung färbte ich mir die Haare dunkelbraun, verlor fast zehn kg Körpergewicht und rannte wieder ins nächste Tattoostudio, um mich unter die Nadel zu legen. Das geschah alles innerhalb von drei Wochen! Krank oder?
Diesmal waren meine Arme dran. Ich machte nicht mit einem, sondern direkt mit zwei Tattoos weiter. Auf dem linken Arm „Lionel“ in einem Unendlichkeitszeichen und rechts der Spruch “ Love is the bridge between two hearts“. Ich habe das einfach gebraucht, um die Trennung zu verarbeiten.

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Man könnte meinen, dass ich nach vier Tattoos endlich genug hatte, aber nein…
Neuer Lebensabschnitt, neues Tattoo.

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Was man hier wahrscheinlich nicht so gut erkennt: In dem Schlüssel steht „famiglia“ it. „Familie“ (meine Mama ist Italienerin).
Ich habe einen sehr guten Bezug zu meiner Familie. Für mich steht die Familie an erster Stelle. Wenn ich von Familie spreche, rede ich aber nicht nur von Blutsverwandten. Ich habe sehr enge Freunde, die für mich mittlerweile wie Familie sind. Liebe ist der Schlüssel zum Herzen. Wer gibt dir mehr Liebe als deine Familie und Freunde?


 

Das letzte Tattoo ist erst vor einigen Monaten entstanden. Ich habe mir den Spruch „Life is what you make it“ auf den Arm tätowieren lassen. Unleserlich. Nur für mich.

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Ich habe in diesem Jahr viel gelernt, mich mit dem „Selbst“ beschäftigt und mich von einigen Menschen gelöst. Meine Zeit ist kostbar und ich möchte diese nur mit Menschen verbringen, die mir gut tun. Ich habe das selber in der Hand.

Kennt ihr das? Es gibt diese Menschen, mit denen du die Zeit vergessen und aus vollem Herzen lachen kannst.
Es gibt aber auch Menschen, die dir Energie rauben. Nach einem Treffen fühlst du dich nicht gut sondern schlecht.  So sollte es in einer Freundschaft nicht sein.
Von dieser Sorte gab es in meinem Leben sogar drei Personen und nachdem ich mich von diesen menschen distanziert hatte, ging es mir urplötzlich besser denn je.

Wie ihr seht, hat jedes Tattoo für mich eine individuelle Bedeutung. Natürlich steckt in einigen mehr drinnen, als ich hier preisgebe, das ist allerdings nicht notwendig.

Habt ihr auch Tattoos? Was bedeuten sie für euch?

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12 Kommentare

  1. Selbst habe ich keine Tattoos, ich glaube bzw weiß, dass ich dafür einfach nicht den Mut habe 🙈
    Weiß genau dass mir das was mir jetzt gefällt in 10 Jahren auf den Keks geht.
    Das mit den Menschen die einem die Energie rauben, ja das kenne ich auch. Habe es genauso wie Du gemacht vor einiger Zeit und es ging bzw.geht mir wie Dir damit❤️
    Das Leben ist zu kurz um es mit den falschen Leuten zu verschwenden!
    Schön dass Du wieder blogst!
    Liebe Grüße
    Verena

  2. Vor allem das letzte Tattoo gefällt mir super gut. Selbst hab ich keine, irgendwie hat mir nie etwas so gefallen das ich es für immer auf mir haben will…Bei anderen gefallen mir so kleine Sachen aber sehr gut.
    Vielleicht lasse ich mir irgendwann mal einen Schriftzug machen. Ich bin nur so wehleidig das es mir bis jetzt nicht der Wert war 😀

    Liebe Grüsse

    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at

  3. Noch habe ich keine tattoos doch da mein Papa Tötowierer ist bin ich ja genau an der Quelle. Lange mache ich mir schon Gedanken über das perfekte Motiv oder den einen Spruch der zu meiner Person passt.

  4. Ich habe selbst viele bunte Tattoos, eins um eine große Narbe zu verdecken! Aber darum geht es mir nicht, nur so eine Frage, wenn Deine Tattoos eine Bedeutung für Dich haben und Du dazu stehst, wieso bis Du dann so abgegangen als einer letztens gesagt hat, er findet Tattoos nicht so toll? Wenn sie Dir wichtig sind und Du dazu stehst, warum reagierst Du so aggressiv bei Kritik darüber? Ein „Ich finde es aber schön“ oder „Für mich haben sie eine Bedeutung“ wäre viel cooler gewesen!

    1. Hey du 🙂
      Mag sein. Von aussen betrachtet ist es immer ein bisschen schwer nachzuvollziehen, wieso jemand so reagiert, wie er es eben tut. Mir ist diese Person schon öfter mit seltsamen Kommentaren aufgefallen, ich habe ihn bis dato aber nie blockiert und habe mich dann einfach geärgert, als er diesen Kommentar abgelassen hat. Ich verstehe einfach nicht, wieso man mir folgt, wenn man keine Tattoos mag. Man weiß ja schließlich, dass ich welche habe 😀

      Liebe Grüße

  5. Hi Desi,

    toller Blogpost. Deine Tattoo-Geschichte erinnert mich ziemlich an meine eigene.
    Immer wenn mein Leben die Richtung änderte, kam ein neues Tattoo dazu.

    Mein erstes habe ich mir stechen lassen, um eine Fehlgeburt verarbeiten. Es ist ein kleiner Stern unter meinem rechten, inneren Knöchel.

    Wie du so schön beschrieben hast, sollte das natürlich das Einzige sein, was ich mir stechen lasse. Kann man ja gut verdecken.
    Aber logischer Weise blieb es nicht dabei. Einmal Blut geleckt, kann man da schlecht wieder mit aufhören.

    Mein nächstes Tattoo habe ich mir stechen lassen, als ich aufgrund einer Erkrankung ein ganzes Jahr zu Hause und ohne Job war. Und das bei mir kleinem Workaholic mit 8 Jahren im Berufsleben. In dieser Zeit habe ich Musik noch viel mehr schätzen gelernt, als ich es ohnehin schon getan hatte. Aus diesem Grund schmückt ein Herz aus einem Violin- und einem Bassschlüssel meinen rechten Außenspann (Fuß).

    Ich habe in dieser Zeit wo alles dies so kurzfristig hintereinander passiert ist, fast den Glauben an mich, an meine Mitmenschen und an einfach alles verloren. Aber ich habe nicht aufgegeben und einen neuen Job angetreten. Obwohl ich Angst hatte. Tierische Angst. Ich mag neue Situationen so überhaupt nicht. Wer weiß ob ich auch alle Erwartungen erfülle, alles weiß etc. Aber auch hier habe ich gelernt, dass man den Glauben (vor allem den an sich selbst) niemals aufgeben sollte. So schmückte nach einem Jahr im neuen Job das Wort „believe“ meinen rechten inneren Oberarm.

    Das täte am meisten weh ham’se gesagt. Das wäre für eine Frau in meinem Beruf nicht förderlich ham’se gesagt. Und was ist passiert. Nüscht! Tat weder weh, noch hat es irgendjemanden in meiner Firma gejuckt. Glaub einfach an dich selbst!

    Das nächste Tattoo – eine Schwalbe – ziert ebenfalls meinen rechten inneren Oberarm. Jau, Schwalben sind voll in! Hat ja jeder! Aber wenn man sich mal mit der Bedeutung auseinander setzt. Schwalben fliegen niemals weit aufs offene Meer hinaus. Sie bleiben immer in Küstennähe und waren so früher das Symbol für Hoffnung und das nach Hause kommen. Die Schwalbe habe ich mir in einer Phase meines Lebens tätowieren lassen, in der ich mich selbst finden und ausprobieren musste. In der meine Ehe eine harte Zeit durchlief. Aber ich komme immer wieder nach Hause! Egal was auch passiert!

    Seit diesem Tattoo hat sich niemand mehr auch nur ansatzweise bewegt, wenn ich mal wieder von diesem Thema angefangen habe. Es ist akzeptiert und das ist gut so. Man muss es nicht mögen, aber leben und leben lassen.

    Mein neuestes Tattoo ist der Spruch „Go. Live.“, welcher meine rechte Achillessehne schmückt. Alter! Das waren Schmerzen! Dagegen ist der innere Oberarm ein feuchter Pups. Ich bin, wie gesagt, ein Workaholic und habe im letzten Jahr quasi im Büro gewohnt, sodass kaum Zeit für schöne Sachen blieb. Mein Leben soll nicht daraus bestehen, dass jeden einzelnen Fussel meines Büroteppichs mit Namen begrüßen kann. Ich will die Welt sehen, nackt im Regen tanzen, schreien vor Glück und Erinnerungen mitnehmen, die mir keiner nehmen kann.

    Puh langer Text, aber du fragest ja…. 😉

    1. Wow, mega geil!
      Ich wusste das mit der Schwalbe zum Beispiel auch nicht und finde es mega interessant!
      Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, das alle sau schreiben 🙂

  6. Ich habe selber drei Tattoos.
    Das erste ist entstanden nach dem ich mich ein Jahr lang ins Ausland abgekapselt habe und viel viel Zeit zun denken hatte. Eine Schwalbe (steht für die Heimat) mit fallenden Federn (für die Vergänglichkeit) und dem Spruch ‚Sapere Aude‘ von Kant. Alles soweit selbst gezeichnet und der Spruch in der Handschrift meiner Mama.
    Dann zig mich mein Leben weiter nach Berlin, auch noch eine Ewigkeit von Zuhause weg. Da ließ ich mir die Rückseite der Beine tätowieren. Von oben bis unten. Eine Freihandzeichnung. So sieht man da jetzt Bäume (nein, da war das noch nicht so modern und überlaufen wie jetzt) mit den Koordinanten meines Elternhauses. Mir fehlte einfach der Wald, die Natur und die Berge.
    Und dann kam ein altenglischer Psalm zwischen meine Brüste, da ich erst dann gemerkt habe (wie blind man doch sein kann) dass kein Papa immer für mich da ist und mich stützt und trägt in den schlimmsten Zeiten. Er lässt einen selber kämpfen und versuchen, aber wenn man nicht mehr weiter kann und am Ende ist, dann steht er zur Seite.

    Wie viel so ein bisschen Farbe einem bedeuten kann finde ich immer wieder wunderbar.

  7. Schöne Tattoos liebe Desi! Finde es auch gut dass du zu deinen Tattoos stehst obwohl manche vielleicht sagen würden es seien mainstream Dinger, wie du ja mit deiner Bemerkung beim Notenschlüssel angedeutet hast 😀 Sie passen aber alle zu dir!

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