Kooperationen / Teil 1

Kooperationen. Wie komme ich zu ihnen und was muss ich beachten?
Ein ziemlich großes Thema, wie ich finde.
Die einen bekommen einfach so etwas zugeschickt, die anderen müssen hart dafür arbeiten. Die Nachfrage zu diesem Thema war nicht gerade gering. Heute versuche ich euch ein bisschen hinter die Kulissen mitzunehmen und erkläre euch, wie bei mir alles anfing und wie ich es geschafft habe, Firmen und Unternehmen für mich und meine Arbeit zu begeistern.


Ich fange diesen Satz mittlerweile schon zum dritten Mal an. Kooperationen. Ein schwieriges und ein sehr großes Thema. Wo fange ich an? Schwierig, schwierig.
Lange habe ich mich davor gesträubt, über dieses Thema zu schreiben. Gedanklich hatte ich mich eigentlich schon dagegen entschieden. Letztendlich geschah etwas, was mich dazu brachte, meine Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Eine kleine Anekdote aus meinem Leben:

Die vergangene Woche verbrachte ich gemeinsam mit meinem Freund auf Sizilien. Wir suchten vergeblich nach einem Strand in Catania. Was wir bis dato nicht wussten: Für die Sizilianer ist die Badesaison Mitte Oktober schon beendet und somit waren alle Strände (so sagten uns das die Einheimischen!) geschlossen.
Als mein Freund und ich am Bahnhof in einem Fast Food Restaurant saßen, hörte ich ein Ehepaar (sie waren ca. 50 Jahre alt) deutsch sprechen.

„Hey Baby, ich glaube ich habe die beiden eben deutsch sprechen hören, lass die mal fragen, ob es hier einen Strand gibt!“
„Ich kann die doch net einfach anlabern und fragen, ob die deutsch sprechen!“
„Die sprechen deutsch, hab ich doch gehört!“

Also sprach er sie an und ja, ich hatte Recht (weil ich immer Recht habe, versteht sich von selbst). Nur Spaß 😀
Nachdem ich mir 30 Minuten langweiliges Fußballgelaber von den zwei Männern anhören musste, boten sie uns an, uns ein kleines Stück mit dem Auto mitzunehmen (übrigens waren die beiden vor 11 Jahren nach Sizilien ausgewandert. Die müssen Ahnung haben, dachten wir!). Also fuhren wir mit und der Kerl drehte eine Extrarunde durch Catania (wir saßen eine halbe Stunde im Auto – für drei Kilometer!). Kurzzeitig dachte ich, dass die beiden uns entführen wollen.Keine Ahnung. Auf jeden Fall hatte ihr Auto keine Klimaanlage und ich musste hinten sitzen und habe fast gekotzt. Dési + Hitze im Auto + Hinten sitzen = Häufchen Elend.

Nach der halben Stunde wurden wir irgendwo in der Pampa raus gelassen und mussten mit Erschrecken feststellen: Alle Strände sind zu. Ist ja nicht mal so, dass du über einen Zaun kletterst und dann am Strand hockst – Nein. Die netten Sizilianer hatten überall Mauern um die Strände gebaut, sodass gar keine Chance bestand, die Strandluft überhaupt mal zu schnuppern oder Sand zu sehen. Niente. Soll kein Angriff gegen Italiener sein, bin selber Italienerin, also slow down.

Traurig stampften wir wieder in Richtung Innenstadt und mussten an einer Katzenleiche vorbei laufen. Kein schöner Anblick. In Deutschland hätte sie wahrscheinlich nicht mal eine Stunde dort gelegen. Wir mussten sie bzw. ihre Überreste insgesamt drei Mal sehen.
Wieso erzähle ich euch das? Wir leben in Deutschland in solch einem Luxus, das ist den meisten von uns garnicht so richtig bewusst, weil wir nichts anderes kennen. Ich weiß, dass ganz viele jetzt denken: „Was redet die, was hat das mit Kooperationen zu tun.“
Diese Geschichte ist für mich essentiell, um gemeinsam mit euch in das Thema „Kooperationen“ einzusteigen.

Nun aber weiter mit meiner Geschichte:
Als wir zu Hause ankamen, schnappte mein Freund sich den Laptop und begann zu recherchieren. Von den Einheimischen hörten wir dauernd nur das Wort „Lidi“. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Ufer“. Hier stand das Wort für die ummauerten Strände, die wir an diesem Tag sehen mussten. Was wir nicht wussten: Wären wir 100 Meter in die andere Richtung gelaufen, wären wir an einen frei zugänglichen Abschnitt des „Golfo di Catania“ gekommen. Nach 3,2 Km und 27 Grad im Schatten hatten wir weder Lust noch Kraft, den Weg noch einmal auf uns zu nehmen, also packten wir am darauf folgenden Tag unsere Taschen und liefen den ganzen Weg noch einmal. Nach der Strandchillerei mussten wir natürlich wieder zurück laufen. Der Weg war alles andere als „sicher“. Es gab keinen Gehweg, der vom Strand direkt bis zur Innenstadt führte. Wir mussten gefährliche Straßen überqueren und ich schwöre bei Gott, dass sie gefährlich waren! In Catania zählt man die Autos ohne Schramme und nicht die mit 😀 Sowas wie Tempolimit gibt es da unten glaube ich nicht. Italien <3

Auf dem Rückweg kamen wir an einem verlassenen Gebäude vorbei. Im Untersten Stockwerk hingen Handtücher o.ä. vor dem Fenster und es stank fürchterlich. Ich weiß nicht wieso, aber ich konnte meinen Blick nicht von diesem Gebäude abwenden und sah plötzlich etwas kleines flauschiges in dem Haus. Zuerst dachte ich, es wäre wieder ein totes Tier.

„Was ist das?! Da ist was“
„Was denn??“

Wie ich halt so bin, lief ich zum Haus und blickte herein. Danach hörte man nur noch „OHHHH MEIN GOOOTTT, ICH STERBE!!!“ von mir.
Es war ein Babykätzchen, maximal zwölf Wochen alt.

Sie kam heraus und ließ sich von uns streicheln. Anfangs war sie etwas schüchtern, doch für eine Katze in ihrem Alter schon sehr zutraulich, was uns wunderte.
Und dann sah ich ihn. Einen Obdachlosen, der dem kleinen Kätzchen etwas zu Essen auf den Boden legte. Schwups war sie weg. Er winkte uns zu, so nach dem Motto „Nicht schlimm, dass ihr sie gestreichelt habt.“

Dieses Bild ging mir nicht mehr aus dem Kopf und das Babykätzchen schon garnicht. Meine schwarze Katze Baghira wurde vor wenigen Wochen überfahren, was mich noch immer tieftraurig macht. Ich musste beide Katzen aus beruflichen Gründen zu meinem Vater bringen. Tiere sind etwas tolles und ich kann an keinem Tier vorbei gehen, ohne es zu streicheln oder ohne es zu füttern. Samstags nahmen wir den Weg noch einmal auf uns und auf dem Hinweg verbrachten wir wieder eine Menge Zeit mit dem Baby. Mein Freund machte Fotos von mir, während ich sie auf dem Arm hielt.

Nun kommt der Übergang zum Thema (Jaaa, ich weiß, ich hab ziemlich weit ausgeholt, aber anders hätte es eben keinen Sinn für mich gemacht!). Ich trug an diesem Tag eine Uhr, die ich gesponsert bekam. Es war eine Kooperation. Als ich zu Hause die Bilder anschaute, ließ ich den Tag Revue passieren und nutzte das Foto um die Uhr zu promoten.

Die Bildunterschrift lautete wie folgt:

„Oh mein Goooott, ich habe mich soooo verliebt 😭😍 auf dem Weg vom Strand haben wir dieses Baby-Kätzchen kennen gelernt 😭 unglaublich, dass ihr zu Hause ein verlassenes Haus ist in dem sich ein Obdachloser niedergelassen hat.. wir sehen hier so viel Armut. Wir schätzen viel zu selten den Luxus, den wir in Deutschland haben. Man sollte jeden Tag dankbar für das sein, was man hat. 💕 Danke an dieser Stelle auf für diese tolle Uhr, liebes @Uhrmarkeverlinkeichhiernicht Team!! Für mich ist und bleibt es keine Selbstverständlichkeit, Sachen geschenkt zu bekommen und dafür bin ich mehr als dankbar!

Ich bekam etwas Gegenwind. Wieso? Ich sah Armut und machte Werbung für eine teure Uhr, die ich geschenkt bekam. Dummerweise vergaß ich in meinem Posting den letzten Satz. Meine Message kam bei einigen also garnicht an. Der Satz, der für meine Story bzw. für meine Message essentiell war, fehlte. Diesen trug ich also nach. Natürlich beschäftigten mich die Kommentare den ganzen Tag. Kommentare, die nicht konstruktiv sind, lösche ich grundsätzlich. Der Ton macht die Musik und ich lasse mich unter meinen Beiträgen nicht beleidigen. Leider kamen einige Kommentare so an, als wäre ich egoistisch und würde anderen Menschen oder Tieren nicht helfen.

„Schenk doch dem Obdachlosen lieber die Uhr, anstatt Werbung dafür zu machen! Selten so etwas Dummes gelesen!“

Wir gingen in der einen Woche glaube ich an keinem Tier vorbei, ohne es zu streicheln oder zu füttern. Wir „opferten“ sogar unsere Flasche Wasser, um zwei Streunern etwas zum Trinken zu geben. Für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir würden die halbe Stunde ohne Wasser schon auskommen. Aber wisst ihr was? All das sind Dinge, die ich normalerweise nicht erzähle. Wieso? Weil ich das nicht für euch tue. Ich tue es nicht für euch und auch nicht für mich. Ich tue das, um anderen Lebewesen, egal ob Mensch oder Tier zu helfen. Soll ich euch jedes Mal davon erzählen, wenn ich einem Straßenmusikanten Geld in den Hut werfe? Soll ich euch davon berichten, wenn ich mal wieder Geld für einen wohltätigen Zweck gespendet habe? Soll ich euch erzählen, dass ich Shootings umsonst mache, um andere Leute glücklich zu machen, denen es wirklich schlecht geht? Wieso soll ich mich damit ins bessere Licht rücken? Das ist nicht meine Intention. Mir geht es um’s Helfen und das mache ich still und heimlich.

 

Teil 2 folgt in Kürze…

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