Motivation

Motivation. Jeder kennt sie. Oder nicht?
Die meisten von uns beschäftigt wohl eher das Gegenteil. Wir sind unmotiviert, antriebsarm, schlafmützig…
Aber woran liegt das?

Nun ja, in den letzten Wochen habe ich mich selbst ein wenig beobachtet. Wann war ich motiviert? Wann war ich es nicht?

Ich kann es wirklich nicht leiden, früh aufzustehen. Jeder, der meine Blogposts liest, weiß dass ich ein absoluter Morgenmuffel bin und es hasse geweckt zu werden.
Es gibt immer Gründe, wieso man aufstehen muss. Arbeit, Uni, Schule…what ever.
Ich habe es gehasst, morgens für die Schule aufzustehen. Ich hatte einfach keinen Bock. Genauso war es mit meiner Arbeit in der Parfümerie und mit meinem Studium. Morgens aufstehen, sich irgendeinen Käse anhören, der einem am Arsch vorbei geht oder einen nicht weiter bringt und anschließend mit Input nach Hause gehen, der sowieso nach drei Minuten wieder vergessen war.
Und wo war sie, die Motivation? Keine Ahnung. Vielleicht hat sie jemand im Keller eingesperrt oder ins Gefrierfach gelegt, ich habe sie jedenfalls nirgendwo finden können.

Diese Lustlosigkeit früh aufzustehen begleitete mich wirklich Jahre lang. Doch dann wurde ich schwanger  und auf einmal war sie da: die Motivation. Ich wusste, dass es so nicht weiter gehen konnte und kündigte meinen Job in der Parfümerie. Ich bewarb mich an einer Fachoberschule und holte mein Abitur nach. Ich wollte meinem Kind etwas bieten können. Ich wollte Spaß haben, an dem was ich tue.
Meine Fachoberschule beschäftigte sich nicht mit den klassischen Gebieten wie Wirtschaft, Ernährung etc.
Ich hatte die Schule gefunden, die genau das bot, was ich immer liebte: Gestaltung.

Als Lionel zur Welt kam, pausierte ich für ein Jahr (Elternzeit).
Bis dato fotografierte ich eigentlich alles,ja auch Lionel, immer mit einer kleinen Digitalkamera und mit meinem Handy.
Die Kamera hatte aber keinen Akku, sie hatte Batterien und das trieb mich permanent in den Wahnsinn.
Jedes mal, wenn er lachte und ich ein Foto machen wollte, ging die elende Digitalkamera aus.
Ich hatte immer mal was in meine Spardose geworfen, ohne auf etwas bestimmtes zu sparen.
Also schnappte ich mir mein Sparschwein und köpfte es. In dieser kurzen Zeit hatte sich einiges angesammelt. Ich hatte 500 € gespart. Eigentlich sollten diese 500 € ein Notgroschen sein, ich hatte allerdings eine fette Kurzschlussreaktion und bewegte meinen süßen Hintern in Richtung Elektomarkt.

Und dann sah ich sie. Eine Spiegelreflexkamera. Sie lag in einer Glasvitrine und ich konnte nicht aufhören, mit ihr zu liebäugeln. Ich schaute auf den Preis: 500,- ! Oh Mann. Einfach 500 €. Mein Portemonnaie war so dick wie noch nie. „Soll ich? Soll ich nicht? Wenn nicht jetzt, wann dann? Scheiss drauf, ich nehm‘ sie mit!“

Ich lief mit der fetten Kiste wie ein Honigkuchenpferd nach Hause. An diesem Tag wusste ich noch nicht, dass ich die Fotografie irgendwann zu meinem Beruf machen würde. Diese Kamera erfüllte mich jeden Tag mit Glück. Ich konnte jeden Moment fotografisch festhalten. Lionels ersten Krabbel- , Geh- und Sitzversuche und die Kamera ging nicht unerwartet aus, weil die dumme Batterie leer war.

Im September 2013 machte ich mich neben meinem Studium selbstständig. Im Studium merkte ich leider immer mehr, dass meine Kamera Macken hatte und nicht mehr die neuste war. Irgendwann gab sie den Geist auf. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen.

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Ich muss sagen, dass ich wirklich selten mit Lustlosigkeit zu kämpfen habe. Seitdem ich meine neue Kamera habe, bin ich so glücklich, dass ich mich auf jedes Shooting freue und es kaum abwarten kann, nach Hause zu kommen, um die Bilder zu bearbeiten.
Es ist wichtig, dass man Spaß bei seiner Arbeit hat. Es gibt einen schönen Spruch, den ich immer im Hinterkopf habe:

Tu was Du liebst – und Du musst nie wieder arbeiten!

Nehmt euch diesen Spruch zu Herzen. Ihr werdet immer unmotiviert sein, wenn ihr etwas nur des Geldes wegen tut.
Vielleicht bin ich auch die einzige, die so denkt. Ich bin lieber arm und glücklich, als reich und unzufrieden.
Geld allein macht nicht glücklich. „Mit Geld kann man sich alles kaufen.“ Ach ja? Kannst du dir auch Glück und Motivation kaufen? Wohl kaum. Wenn ihr noch in der Schule seid und nicht wisst, was ihr danach tun sollt, dann nutzt eure Ferien und macht Praktika. Das sind Sprüche, die die meisten schon nicht mehr hören können (Ja, ich nerve auch meine Schwestern damit). Glaubt mir, ihr werdet es bereuen, wenn ihr es nicht tut. Ich bin so dankbar, dass ich alles ausprobiert habe. Wenn ich nicht geschnuppert und versucht hätte, dann wüsste ich heute nicht, was ich will.

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Ach übrigens, ich bin auch ab und zu unmotiviert. Jetzt zum Beispiel, weil ich meine Wohnung putzen muss. 😉
Dafür, dass ich echt keinen Peil hatte, was ich über Motivation schreiben soll, ist das doch ein ganz schön langer Text geworden, oder? Wie sieht es bei euch aus? Motiviert oder eher weniger?

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