Reichweite – ein Thema, das uns alle betrifft.

  1. Hallo meine Lieben,
    lange habe ich überlegt, wie ich am besten mit diesem Thema anfangen könnte.
    Reichweite ist ein Thema, das uns indirekt alle betrifft. Deswegen möchte ich es kurz metaphorisch erklären, denn nur weil es uns alle betrifft, heißt das noch lange nicht, dass auch jeder weiß, was das ist.
    Im Schlaf ist mir dazu eine wunderbare Metapher eingefallen:

Stell‘ Dir vor, Du bist auf dem Wochenmarkt. Auf so einem Markt gibt es ganz viele Stände. Da haben wir den Stand, an dem Du deine lieblings Bratwurst bekommst, den Obst- und Gemüsestand, den Fischstand, den Käsestand, u.u.u.! Nicht alle Stände interessieren Dich. Du magst keinen Käse, deswegen läufst Du an diesem Stand einfach vorbei. Vom Käsestand aus kannst du direkt auf die Fußgängerzone und auf den Obst- und Gemüsestand blicken. Auf der Fußgängerzone stehen einige deiner Freunde, die Dir zuwinken, Du möchtest aber noch nicht gehen. Die Stände, die Dich interessieren, schaust du Dir genauer an. Du hast Lust auf einen Apfel und holst Dir einen vom Stand gegenüber. Die Frau am Käsestand guckt etwas traurig. Am Obst- und Gemüsestand ist viel mehr los. Sie weiß nicht so genau, ob es an Ihren Produkten liegt, die Besucher keinen Käse mögen, oder vielleicht einfach keine Lust darauf haben. Die Frau ist deprimiert und überlegt, Ihr Geschäft aufzugeben, weil Sie nicht so viel verkauft, wie Sie möchte.

Der Wochenmarkt steht für Facebook. Die Stände stehen für die ganzen Facebook-Seiten und die Produkte logischerweise für die Dinge, die auf den Seiten beworben werden (in meinem Fall sind das natürlich Fotos). Die Frau vom Käsestand bin jetzt einfach mal Ich. Die Freunde auf der Straße sind die Facebook-User, die meine Seite nicht angezeigt bekommen und Du bist der Nutzer, der meine Seite sieht und weiter scrollt oder sich für etwas ganz anderes entscheidet.


Ich denke, dass jetzt alle verstanden haben, was Reichweite ist. Nun kann Ich mit Euch in das leidige Thema eintauchen. Ich werde mich auf die Fotografie beziehen, da das mein Schwerpunkt ist.

Wie ich schon in meinem letzten Blogpost geschrieben habe, werden wir in Facebook täglich mit massenhaft Werbung überhäuft. Viele Dinge gucken wir uns schon garnicht mehr an, weil sie uns schlichtweg nicht interessieren. Es gibt aber auch Fotos, an denen wir hängen bleiben. Fotos, die uns gefallen. Wir klicken sie an, machen vielleicht sogar einen Screenshot. Danach scrollen wir weiter. Kein Like,kein Share, keinen Kommentar. Wieso?

Vor kurzem war ein Brautpaar bei mir zu Besuch. Die Braut erzählte mir, dass sie sich in ihrer Freizeit gerne die Zeit mit Facebook vertreibt, aber nie einen Beitrag kommentiert, teilt oder mit „Gefällt-mir“ markiert.
Für mich war das natürlich ein Schock, denn wir Seiteninhaber leben indirekt von Eurer Interaktion.
Wieso? Nun ja, das möchte ich euch kurz erläutern. Natürlich sollte man zwischen Fotografen unterscheiden, die aus Spaß fotografieren und denen, die damit ihr Geld verdienen. Wer seine Tätigkeit hobbymäßig ausübt, sollte das Ganze etwas gelassener sehen. Ich bin seitdem ich studiere selbstständig. Ich verdiene mit der Fotografie mein Geld.
Ich werbe auf Social Media für meine Arbeit. In erster Linie geht es mir nicht darum, dass meine Arbeit durch Likes Anerkennung bekommt, auch wenn ich mich jedes Mal riesig darüber freue. Wenn ihr eines meiner Fotos mit „Gefällt-Mir“ markiert, wird es ggf. einem Freund von euch angezeigt. Wenn er meine Seite bisher noch nicht kannte und ihm das Foto gefällt, wird er die Seite anklicken und evt. ein Shooting bei mir buchen. Das ist quasi ein Schneeballsystem. Mir ist es wichtig, dass meine Community stetig wächst, weil dadurch neue Leute auf mich aufmerksam werden. Neue potenzielle Kunden.

Leider stoßen wir Fotografen immer wieder auf Unverständnis.
„Was bringt es dir denn, wenn du neue Likes bekommst!?“
Ich bin mir sicher, dass das eine rhetorische Frage ist. Die Leute, die das schreiben, wissen es einfach nicht besser. Selbst in einigen Fotogruppen sind User unterwegs, die sich nicht genügend mit Social Media befasst haben. Es dauert lange, sich dieses Wissen anzueignen, aber wenn man weiß, wie der Hase läuft, ist man auf dem besten Weg!

Also Ihr Lieben, wenn Ihr in Zukunft ein Foto seht, dass Euch gefällt, dann scrollt nicht einfach weiter. Denkt daran, dass da draußen arme junge Studentinnen wie ich leben, die auf Euren Daumen angewiesen sind 😀


Im diesem Abschnitt werde ich den Leuten, die eine Seite haben wertvolle Tipps liefern, um ihre Reichweite ohne zusätzliche Kosten zu erhöhen.

Tipp Nr.1: Auswahl treffen!
Du hast ein Shooting und findest von einem Set mehrere Bilder geil? Beschränke Deine Auswahl auf maximal zwei Fotos! Mir fällt immer wieder auf, dass sich einige Fotografen nicht entscheiden können, welche Fotos sie online stellen. Anstatt sich auf ein Foto zu beschränken, ballern sie einfach eine Woche jeden Tag Fotos von einem Set raus.
Die Anzahl der Likes sinkt jeden Tag. Einige können das nicht nachvollziehen. Nun ja, ich als Fotografin kann das. Ich versuche es wieder metaphorisch: Hast Du Bock jeden Tag Spaghetti mit Tomatensosse zu essen? Sieben Tage die Woche Spaghetti mit Tomatensoße!? Ich glaube kaum. Irgendwann hängt dir der Fraß zum Hals und du willst wieder ein Schnitzel mit Pommes.
Merke: Weniger ist mehr! Beschränke deine Auswahl. So bleibt deine Seite spannend und deine Follower haben Lust auf mehr!

Tipp Nr.2: Uhrzeiten beachten!
Es ist super wichtig, dass Du zu bestimmten Uhrzeiten postest. Wo sind die meisten Leute Morgens und Nachmittags? Richtig. Sie sind in der Schule,Uni oder auf der Arbeit. In der Mittagspause und nach Feierabend sind die meisten Leute auf den sozialen Netzwerken unterwegs. Ich achte immer darauf, dass meine Posts zwischen 12.00 Uhr -13.00 Uhr oder 20.00 -21.00 Uhr online gehen. Vor allem am Wochenende sollte man darauf achten mittags zu posten. Viele sind am Wochenende unterwegs (feiern, essen, was auch immer). Wenn es mir nicht möglich ist pünktlich zu posten, weil ich arbeite, dann plane ich meine Beiträge vor. Mittlerweile ist diese Funktion sogar vom Handy aus möglich. Man sollte diese Funktion vom Handy aus allerdings nur für Fotos nutzen, die mit dem Handy entstanden sind. ACHTUNG! Shootingergebnisse immer vom PC aus hochladen! Ansonsten erleiden eure Fotos einen enormen Qualitätsverlust. Das ärgert alle Beteiligten.
Keiner möchte sich unscharfe/ verpixelte Bilder ansehen.
In den Statistiken (Statistiken,Beiträge) könnt ihr übrigens genau überprüfen, wann die meisten Fans online sind.

online

Tipp Nr.3: Erzähl‘ etwas über das Shooting!
Eine Sache, die mir auch immer wieder auffällt: Bilder werden kommentarlos oder mit langweiligen Gedichten veröffentlicht. Boaaah Leute, ganz ehrlich… Laaaaangweilig. Wenn jemand Gedichte lesen will, dann geht er ins Willemer Häuschen nach Frankfurt und liest sich die schleimigen Briefe von Goethe an seine Geliebte Marianne durch. Deine Follower finden es wahnsinnig spannend, etwas über das Shooting zu erfahren. Du kannst nicht erwarten, dass Interaktion stattfindet, wenn Du schnulzige Gedichte als Titel für Deine Bilder verwendest. Was sollen die Leute denn dann kommentieren? „Boaaah voll geiles Gedicht, ich schwöre!“ ???
Damit ist ab sofort Schluss. Ich verbiete es Dir! 😀
Ab sofort wirst Du etwas über das Shooting schreiben. Manchmal passieren witzige oder peinliche Dinge. Lass Deine Follower daran teilhaben, Social Media soll Spaß machen – DIR UND DEINEN FOLLOWERN!

Tipp Nr.4: Fragen stellen!
Stell‘ Fragen! Wenn Du Fragen stellst, dann wirst Du Antworten bekommen. Auch wenn es am Anfang vielleicht nicht sehr viele sein werden, Du musst konsequent sein. Ich weiß, dass es manchmal schwer ist, positiv zu bleiben. Aller Anfang ist schwer. Bei mir hat es auch gedauert.

Tipp Nr.5: Schenke Deiner Community Aufmerksamkeit!
Deine Follower werden nur mit Dir interagieren, wenn Du auf Sie eingehst. Ein Fan, der regelmäßig kommentiert und keine Anerkennung bekommt, wird sich zurück ziehen. Ich weiß, dass es irgendwann nicht mehr möglich ist, jedem zu antworten. Solange es einem möglich ist, sollte man aber sein Bestes geben.
Wie wäre es, wenn Du dafür einfach eine bestimmte Zeit am Tag festlegst? Ich mache sowas meistens nach der Arbeit im Zug, oder wenn der Kleine im Bett ist. Außerdem habe ich vor einigen Monaten Sprechzeiten festgelegt. Zu dieser Zeit sitze ich an meinem Mac, bearbeite Bilder, beantworte Mails/Facebook-Nachrichten und nehme Anrufe von Kunden entgegen.

Tipp Nr.6: Regelmäßig posten!
Wenn Du willst, dass Deine Community stetig wächst, dann musst Du regelmäßig posten.
Du kannst nicht erwarten, dass Du neue Fans bekommst, wenn Du nichts tust. Von Nichts kommt Nichts!
Wenn Du unter der Woche wegen der Arbeit/Schule/Uni zu müde bist, dann leg‘ Dir wie ich einen Tag fest, an dem Du vorarbeitest und planst. In meinen Sprechzeiten bearbeite ich immer einige Bilder aus Kunden-Shootings und einige aus freien Projekten. In der Regel bekommt ihr die Fotos aus freien Shootings zu sehen. Wenn ich einige Fotos bearbeitet habe, mich aber um andere Dinge kümmern muss, speichere ich sie auf meiner Seite als Entwurf ab. So hat man einen besseren Überblick.
Du solltest ohnehin darauf achten, dass Du immer was in Petto hast, damit Du, falls deine Technik versagt, etwas posten kannst!
Du musst auch nicht ständig Shooting-Bilder raus hauen. Die Follower schauen gerne hinter die Kulissen. Wie wäre es mit Making-of’s, Out-of-Cam’s oder Selfies von Dir und Deinem Team?

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Tipp Nr.7: Persönlichkeit zeigen!
Es ist sooo wichtig, dass du Persönlichkeit zeigst. Du musst aus der Masse herausstechen. Es gibt Fotografen wie Sand am Meer. Sei einfach du selbst. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Verstell‘ Dich nicht. Das geht schnell nach hinten los!

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Tipp Nr.8: Werbung:
„Wer nicht wirbt, stirbt.“
Ein sehr berühmtes Zitat von Henry Ford, das man ernst nehmen sollte. Jedes Unternehmen lebt von Werbung. Man muss nicht zwingend Geld für Werbung ausgeben. Manchmal reicht schon eine Seitenvorstellung. Wer richtig gute Werbung will, sollte ein Gewinnspiel starten. Durch das Liken und Kommentieren des Beitrags (fordert die Teilnehmer auf, eine weitere Person zu markieren, um in den Lostopf zu gelangen) schießt eure Reichweite in die Höhe und neue Menschen werden auf eure Seite aufmerksam 🙂

ACHTUNG!
Halte Dich stets an die Richtlinien von Facebook, um Ärger zu vermeiden!

Tipp Nr.9: Kooperationen!
Seh‘ die anderen nicht als Konkurrenten, sondern als Kollegen oder vielleicht sogar als Freunde an.
Gemeinsam könnt ihr viel schaffen und viel auf die Beine stellen. Kooperationen bringen Dich weiter.
Ihr könnt voneinander viel lernen.

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Tipp Nr.10: Nicht unnötig Geld zum Fenster raus werfen!
Ich weiß, dass die Werbeanzeigen von Facebook verlockend aussehen, Du solltest damit allerdings vorsichtig sein. Du kannst Dein Budget zwar selber festlegen (Mindestens 1 € pro Tag), allerdings ist das Sponsern von Beiträgen eine fiese Falle! Facebook merkt sich, dass Du investierst und schraubt deine Reichweite runter, damit Du öfter Geld in deine Beiträge steckst. Du solltest nur in Beiträge investieren, die Dir auch wieder Geld einbringen (z.B. Workshops, Shooting-Ausschreibungen o.ä.).
Wenn Du uuuunbedingt Geld ausgeben möchtest, dann rate ich Dir, deine Seite hervorzuheben.
Wenn Du deine Seite hervorhebst, dann wird sie anderen Facebook-Usern in Ihrem News-Feed unter „Vorgeschlagene Seiten“ aufgezeigt. Du kannst die Interessen und den Wohnort begrenzen. So kommen nur Menschen auf deine Seite, die sich auch wirklich für das interessieren, was Du tust.

Tipp Nr.11: Nicht aufgeben!
Jeder startet bei Null. Am Anfang, wenn man noch nicht so viele Follower hat, die auf der Seite aktiv sind, zweifelt man oft an sich selbst. Schiebe diese Zweifel bei Seite! Das ist völlig normal! Wenn Deine Arbeit gut ist, dann wirst Du deinen Weg gehen! Es ist wichtig, dass Du Dich immer weiterbildest und Dich entwickelst. Bleib nicht stehen, geh weiter! Manchmal muss man einen Umweg gehen, um zum Ziel zu gelangen! Wenn Du nicht weiter weist, dann frag‘ lieber jemanden der Ahnung hat, anstatt in Selbstmitleid zu versinken. Ich bin mir sicher, dass Du Hilfe bekommen wirst 🙂
Glaub‘ an dich und du wirst sehen… der Rest kommt von alleine!


So meine Lieben, soooo ein langer Text (fast 2000 Wörter)…Aber es ist ja Wochenende, da haben die meisten Leute Zeit, nääää? 😉
Ich hoffe, dass Euch mein Text weiterhelfen konnte!!
Viele liebe Grüße und einen schönen Start in die neue Woche, wir lesen uns am Mittwoch wieder.

Eure Dési

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7 comments

  1. Liebe Désirée,
    Vielen Dank für deinen blogpost und deine tollen Tipps!

    Ich stehe selber noch ganz am Anfang und bin dabei, mir eine Facebook Seite zu erstellen, da kommt dieser Post grade richtig! 🙂 das konnte ich jetzt gut gebrauchen.

    Ich lese deine Beiträge und Posts sehr gerne, weil du einfach total sympathisch rüber kommst! 🙂
    Mach weiter so.

    Liebe Grüße
    Lea

  2. Liebe Dési,
    wie immer fesselt mich dein angenehmer Schreibstil und deine freundliche und lockere Art! Daher lese ich so gerne deine Beiträge auf Facebook und in deinem Blog. Du gibst einem einfach das Gefühl, offen zu sein, ein Freund zu sein!
    Der Artikel ist sehr gut geschrieben, formuliert und strukturiert! Ein paar Dinge kannte ich schon, das mit dem Geld bei FB für die bezahlten Anzeigen z.B. wusste ich nicht und bin sehr froh über diese Info! Facebook ist doch richtig gemein… 🙂 Danke dir für die Tipps und ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
    LG, Cynthia

  3. Danke für die coolen Tipps, sehr hilfreich! Ich hab selber sehr mit Facebook zu kämpfen. Aber was ich auch empfehlen kann, ist, mit seinen Posts kreativ zu werden. Es gibt eigentlich so viel, was man posten kann, um seine Community zu unterhalten:

    – Vorher-Nachher Bilder (Bearbeitung)
    – Video-Making-Ofs
    – Welches Bild soll ich bearbeiten
    – Welches Bild soll ich posten
    – Facebook Seiten/Instagram Profile in die Kommentare posten
    – Quick-Tipps
    – Fragen & Antworten
    – Weiterentwicklung (Foto-Collage)
    – Gastbeiträge

    Usw. 🙂

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