Salat oder doch lieber ’n Steak?

Hallo meine Lieben,

Heute werde ich über ein Thema schreiben, dass mich in den letzten Wochen sehr beschäftigt: Vegetarismus & Venganismus.


Ich esse gerne Fleisch. Und hey, ich esse viel Fleisch. Morgens, Mittags, Abends. Steak, Schnitzel, Burger, Bratwurst, Gulasch,… Jeder der mich kennt, weiß es: „Dési ist ’ne Fleischfresserin“

Nach Weihnachten wurde es mir dann irgendwie zu viel des Guten. Hier essen gehen, da essen gehen. Weihnachten, Silvester, Geburtstage. Fleisch, Fleisch, Fleisch. Je öfter ich dieses Wort sage, desto ekliger hört es sich für mich an.

Nach diesen ganzen Feiertagen bekam ich plötzlich einen fürchterlichen Fleischekel. Ich konnte es nicht mehr sehen. Ich reduzierte den Fleischverbrauch in meinem Haushalt. Als ich auf Instagram darüber berichtetete, hieß es:
„Ich will dir keine Angst einjagen, aber vielleicht hast du Hepatitis!“  Mir war aber klar, dass es nicht so ist. Ich hatte es in den Wochen zuvor einfach übertrieben.
Es kam aber auch die Frage auf, ob ich darüber nachdenke, Vegetarierin zu werden. Und ich bin ehrlich, ja ich habe darüber nachgedacht. Oft.


Nach Karneval (Carne vale bedeutet übrigens fleischlose Fastenzeit) begann dann die Fastenzeit. Das war quasi eine Challenge an mich selbst: „Schaffe ich es, 40 Tage (ausgenommen Sonntage) auf Fleisch und Fisch zu verzichten?“

Ich muss zugeben, dass die ersten Tage, in denen ich bewusst auf Fleisch verzichtet habe, nicht einfach für mich waren. Jeden Dienstag findet in der Kaiserstraße in Frankfurt ein Wochenmarkt statt. Nicht so geil, wenn man durch diese Straße laufen muss, um zu seiner Arbeitsstelle zu gelangen. Wieso? Leute, da ist ein Bratwurststand. Die braten einfach morgens um 8.30 Uhr schon Bratwoscht. Wenn man zu dieser Uhrzeit schon einige Stunden wach ist (wie z.B. ich) hat man durchaus Lust auf so ’ne Woscht mit Pommes. Aber ich blieb stark. Ich bog rechts ab. Bäckerei. Kennt ihr diese Bäckereien, in denen man sich selbst bedienen kann? Klar, wer kennt sie nicht. Salamibrötchen, Schinkenbrötchen, Salamipizza, Bagels mit Chicken… Ich schwör’s euch, ich bin fast ausgerastet. Ich habe mich sechs Wochen von Donuts ernährt. Ab und zu hab‘ ich mal ’ne Pizza Margherita, ein Schokocroissant oder ’ne Zimtschnecke mitgenommen, aber wirklich befriedigt hat es mich nicht.
Jedes mal wenn ich mit Freunden essen war, musste ich ewig die Speisekarten studieren: „Erstmal ’nen geilen Salat. Hmm… Da ist Hähnchenbrustfilet drinne. Da sind Garnelen drinne. Da ist Schinken drinne.“ Ich war teilweise echt genervt. Es gibt so wenige, geile, vegetarische Gerichte.
Restaurants, die ich früher liebte, sehe ich plötzlich mit ganz anderen Augen. Wie kann es sein, dass 95% der Speisen auf einer Karte nicht vegetarisch sind? Unfair. War mir logischerweise vorher nicht bewusst, weil #Fleischfresserin.

Wenn man in einer Werbeagentur arbeitet, die auf Food spezialisiert ist, macht es das Fasten nicht gerade einfacher. Jeden Tag wirst du mit Speisekarten, Werbeplakaten o.ä. konfrontiert, auf denen nahezu perfekte Foodfotos abgebildet sind #foodporn. Nach ca. zwei Wochen fiel es mir allerdings nicht mehr so schwer, Fleisch zu sehen oder zu riechen. Sonntags habe ich mir meistens ein Schnitzel oder ’nen Burger gegönnt.
Ich machte mir immer mehr Gedanken über die Herkunft meiner Nahrung. Früher habe ich immer nur nach den Preisen gesehen. Mittlerweile ist es mir egal, ob das Essen teurer ist. Wieso? Habt ihr schon mal eines dieser Videos geschaut, in denen man sieht, wie mit den Tieren umgegangen wird, bevor sie geschlachtet werden? Nein? Dann solltet ihr das dringend nachholen – es wird euer Weltbild verändern.
Ich gebe lieber 40 Cent mehr für Eier aus, die von glücklichen Hühnern stammen, als Bodenhaltung zu unterstützen. 40 Cent mehr oder weniger werden mich auch nicht in den Ruin treiben. Nach sechs Wochen Fastenzeit ist mir einiges bewusst geworden. BewusstseinWertschätzung sind für mich wichtige Schlagwörter geworden. Wir sollten unser Leben etwas mehr wertschätzen und bewusster essen. Uns und unserer Umwelt zuliebe. Ich werde keine Vegetarierin werden, aber ich werde bewusster essen. Ich werde mir genau ansehen, woher mein Fleisch kommt. Nun habe ich seit mehr als sechs Wochen kein Fleisch für meinen eigenen Haushalt gekauft. Das Fleisch, das im Gefrierfach war, habe ich an meine Katzen verfüttert. Es war verpacktes Fleisch aus dem Supermarkt. Ich möchte das nicht mehr unterstützen. Einige werden mich jetzt für verrückt halten, dass ich plötzlich einen Sinneswandel durchlebe, aber das ist mir egal. Würden sich mehr von uns darüber Gedanken machen, wären wahrscheinlich weniger Menschen krank und weniger Tiere würden sterben oder leiden. Ich will nicht wissen wie viel Fleisch weggeworfen wird, ohne es ausgepackt zu haben. Das Tier musste trotzdem sterben. Es musste für die Tonne sterben.

Ich will niemanden in eine Richtung drängen. Hier geht es lediglich um meine Gedanken und was die Fastenzeit mit mir gemacht hat. Vielleicht bringe ich den ein oder anderen zum Nachdenken.

Bis Bald 💖

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5 comments

  1. Super Beitrag mal wieder!
    Finde es toll zu lesen wie sich dein denken verändert hat.

    Bei mir war es ähnlich. Ich komme von Haus aus aus einem extremen Fleischfresser Haushalt. Morgends, Mittgas, Abends… immer Fleisch. Nach der Geburt meiner Tochter begann ich mich mehr mit meinem Essen auseinander zu setzen. Ich las viele Berichte und das öffnete mir die Augen. Habe dann mal einen Veganen Versuchs Monat eingelegt und bin irgendwie dabei geblieben weil ich mich um einiges Besser damit fühle.
    Nach einem Jahr Veganismus hat es mich dann doch wieder gepackt und ich habe mich an einem Stück käse oder Fleisch vergriffen.
    Am Ende muss ich sagen dass ich mich von einem extrem ins andere entwickelt habe. Und extreme funktionieren einfach nie wirklich deswegen lebe ich jetzt als sogenannter „Flexetarier“ und esse nur selten Fleisch, Milch,Ei aber wenn ich es esse lege ich Wert darauf das es aus Artgerechter Haltung kommt (So lange es mein Studenten Geldbeutel zulässt).

    Freue mich nun auch von dir zu hören das du zum Umdenken gekommen bist. Das ist der richtige Weg in eine bessere Zukunft und es ist schön an zu sehen das es immer mehr Menschen werden die so Denken.

    Vielen Dank für deinen tollen Beitrag

    Liebe Grüße

    David

  2. Hi Désirée,

    ich finde Deinen Beitrag super. Ich denke das es vielen Menschen so wie dir ergeht oder ergangen ist.
    Ich muss selber sagen das ich auch Fleisch sehr mag. Allerdings hatte ich auch eine Phase ähnlich wie Du es beschreibst. Hinzu kam dann das Bewusstsein über die Art und Weise wie das Fleisch oder auch die Eier zum Verbraucher kommen. Jamie Oliver hat vor langer Zeit einmal eine Reportage gemacht über die Haltung von Hühner. Dies hat mir die Augen geöffnet und von dieser Zeit an kaufte ich nur noch Eier aus Freilandhaltung oder bezog diese von Bekannten wo ich weiß das die Hühner Artgerecht gehalten werden.
    Zum Thema Fleischkonsum hat es auch etwas gedauert bis ich mich da stark reduziert habe. Mittlerweile genieße ich Fleisch. Da spielt die Qualität eine große Rolle.

    Viele begegnen Vegetariern und Veganern mit Hohn und Spott. Ich gebe gerne zu das ich dies am Anfang auch Lächerlich fand. Schließlich ist der Mensch ein Allesfresser. Mittlerweile jedoch schätze ich sehr die vegetarische Küche. Was ich nachwievor nicht verstehen kann ist dieser vegane Fleischersatz. Es gibt da unzählige Produkte die irgendwelche Fleischgerichte nachempfunden sind. Warum muss ich Fleisch-/Wurstgeschmack bei pflanzlichen Produkten haben? Vielleicht kann mir ein Veganer dies erklären. Die pflanzlichen Produkten haben doch Geschmack und in Kombination mit anderen pflanzlichen Produkten entstehen doch super Geschmacksrichtungen die einmalig und bezeichnend für die Produkte sind. Ich lasse doch Fleisch auch nicht nach Karotten schmecken.

    Abschließend ein dickes Lob für dein Blog und Deine Fotos.

    Liebe Grüße

    Tobias

    PS: Der Salat sieht echt lecker aus …

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