Selbstzweifel.

Hallo meine Lieben,

Jeder von uns hatte sie schon einmal: Selbstzweifel.
Das Gefühl, nicht gut zu sein, so wie man ist. Die Angst, dass andere merken könnten, dass man an sich zweifelt. Unsicherheit, in allem was man tut. Wir trauen uns nichts mehr zu, verlieren an Selbstbewusstsein. Die Stimme im Kopf, die dich immer wieder an Dinge erinnert, die dich unglücklich machen.

Bremsen uns diese Selbstzweifel aus, oder sind sie ein Ansporn?

Nun ja, bei mir traf irgendwie beides zu. Auch ich hatte schon Selbstzweifel. Vor allem im vergangenen Jahr verfolgten sie mich zu genüge. Bei jedem meiner Shootings wurde von zehn Bildern eins scharf – wenn ich Glück hatte! Ich drückte bei einer Pose zehn bis fünfzehn Mal auf den Auslöser.
„Ein scharfes Bild wird schon dabei sein!“
Hoffnung nennt man das. Doch irgendwann verließ mich die Hoffnung.
Plötzlich war ich mit allem unzufrieden. Mit meiner Kamera, meiner Bearbeitung, meinem Logo. Ich war mit meinem gesamten Konzept einfach nur noch unzufrieden.
Was Motivation ist wusste ich schon lange nicht mehr. Klar, wenn ich ein Shooting hatte, habe ich 100% gegeben, aber sobald ich die Kamera einschaltete, erinnerte sie mich direkt wieder an das Elend, dass ich mit ihr durchmachen musste. Sie überraschte mich immer wieder auf’s Neue, ging während meiner Shootings aus, wies mich darauf hin, dass kein Objektiv angebracht ist, obwohl es nicht stimmte…
Inspiration und Kreativität waren mittlerweile auch Fremdwörter für mich.

„Liegt es an mir, oder doch an der Kamera?“

Meine Leidenschaft wurde zur Qual und ich konnte mich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren . Ich versank in Selbstmitleid und jammerte monatelang. Meine Freunde mussten sich permanent mit meiner Unzufriedenheit auseinander setzen. Ende Oktober machte ich es öffentlich. Ich sprach öffentlich über meine Unzufriedenheit. Glücklicherweise wurde ich nicht verspottet. Meine Follower sprachen mir gut zu und machten mir Mut.

Viele konnten nicht nachvollziehen, dass für mich persönlich das Glück von einer neuen Kamera abhängig war.
Für mich war klar, dass sich etwas ändern musste, sonst würde ich womöglich niemals glücklich werden.
Als ich dann endlich die neue Kamera, das neue Logo und ein neues Konzept hatte, waren die Zweifel wie weggeblasen. Ich hatte wieder Spaß am Fotografieren und mit der Freude, kam mein Stil zustande.
Mein Kopf sprudelte vor Ideen und ich konnte nicht aufhören zu grinsen.

„Nach jedem Tief, folgt ein Hoch“ ist ein Zitat, das ganz klar verdeutlicht, dass man niemals aufgeben sollte. Man braucht Selbstzweifel, um sich weiter entwickeln zu können. Wie ihr seht, waren meine Selbstzweifel Fluch und Segen zugleich.
Man muss darüber nachdenken, was einen runterzieht und wenn man es weiß, kann man daran arbeiten.

Es gibt ein Lied, dass mich immer wieder zum Lachen bringt und mich aufbaut, wenn ich mich frage, ob ich das richtige tue. Es ist „Mein Ding“ von Udo Lindenberg. Den Refrain habe ich mir zu meinem Lebensmotto gemacht.

„Ich mach mein Ding, egal was die anderen sagen. Ich geh meinen Weg, ob gerade ob schräg, das ist egal. Ich mach mein Ding, egal was die anderen labern. Was die Schwachmaten einem so raten: das ist egal!“

Was ich euch mit meinem Text sagen möchte, ist eigentlich ganz einfach. Glaubt an euch und gebt niemals auf. Wenn ihr etwas wirklich wollt, dann könnt ihr es erreichen. Ihr müsst nur an euch arbeiten. Manchmal sind Selbstzweifel nötig, damit wir unseren Arsch hochkriegen. Was ich ganz ganz wichtig finde: Lasst euch nichts von anderen erzählen, die es selber zu nichts gebracht haben! Wenn ich immer auf andere gehört hätte, dann wäre ich  als Parfümeriefachverkäuferin versauert. Ich hätte kein Kind bekommen, hätte meine Abitur nicht nachgeholt, würde nicht studieren und außerdem würde ich heute nicht fotografieren. Immer wieder sagten die Leute:
“ Nein, mach das nicht“
 aber ich habe nunmal einen eigenen Kopf.
Mit 19 bekam ich einen Satz zu hören, den ich nie vergessen werde. Ein Satz, der alles andere als positiv war. Er beeinflusste mein ganzes Leben.

„Wenn du ein Kind hast, gehst du sowieso nicht mehr in die Schule und sitzt nur zu Hause rum“

Dieser eine Satz, hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. My haters are my motivators.

Bis Sonntag.

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6 Kommentare

  1. Super geiler Beitrag. Daran muss ich mich auch immer erinnern. Ich wollte Fotografin werden und jeder sagte mir: lass das, das ist eine brotlose Kunst, damit kannst du kein Geld verdienen.
    Also hab ich es gelassen und was war das Ende vom Lied? Ich habe 5 Semester ein Fach studiert, das ich eigentlich gar nicht machen wollte und am Ende ging es mir so schlecht, dass ich es kurz vor der Zielgeraden abgebrochen habe. Ich wette, 90% würden die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, weil man eben erzogen wird, schön brav alles zu Ende zu bringen. Tja, aber mir geht’s gut dabei und das ist viel mehr wert. Deine Beiträge motivieren mich sehr, da sieht man, was man erreichen kann, wenn man es wirklich will!

  2. Das Ende hat mich sehr berührt, also dieser Satz, den dir jemand mal gesagt hat, mit dem Kind und der Schule. Menschen sagen so oft Dinge so, als wären es Ultimaten.
    Interessanterweise habe ich schon von einigen Leuten gehört, dass sie so gewisse Sätze haben, die (meist ihnen wichtige) Leute ihnen in ihrer Kindheit/Jugend mal gesagt haben und die sich richtig in die Persönlichkeit eingebrannt haben.
    Bei mir waren es Sätze wie „Einen Freund und ein Pflegepferd haben, das schaffst du niemals, da werden deine Schulnoten drunter leiden! Du musst dich für eines von beiden entscheiden.“
    (Damals habe ich das Pferd genommen 😀 )
    Wer weiß, vielleicht hätte ich es ja doch geschafft, aber das werde ich nie erfahren, weil solche Sätze mir klipp und klar vermittelt haben: „Das kannst du nicht. Du brauchst es gar nicht erst zu versuchen.“
    Als wüssten sie es besser.
    Und das hat sich in meiner Persönlichkeit verfestigt, jede Kleinigkeit hat mich aus der Bahn geworfen, jede Schwierigkeit fertig gemacht, ich hab jedes Hobby sofort abgebrochen, wenn mir das Lernen zu stressig wurde, weil ich die ganze Zeit im Kopf hatte: Das kannst du nicht. Du schaffst nicht so viel.
    Und so bin ich niemals irgendwelche Risiken eingegangen, denn ich „konnte es ja sowieso nicht“.
    Momentan bin ich glaube ich langsam endlich soweit, dass ich zumindest verstanden habe, dass es nie an mir lag, sondern nur an der Einstellung, die mir jahrelang eingetrichtert wurde.
    Ich arbeite an mir und versuche mir absichtlich mehr vorzunehmen, die Angst durchzustehen, um am Ende zu sehen: Ich krieg es ja doch hin.

    Von daher verstehe ich dich so, so, SO gut.
    Es ist wirklich krass, was für einen Einfluss die Worte anderer Menschen haben können.
    Aber muss sich immer vor Augen halten, dass diese Menschen es nunmal auch nicht immer besser wissen.
    Und es gibt nichts Schöneres, als sich selbst und den anderen am Ende zu beweisen, dass man es eben doch hinbekommen hat! 🙂

  3. Ich liege gerade auch völlig verweint im Bett und denke über mich nach zweifle an allem was ich bis heute getan habe. Ich weis das ich ein Jahr noch etwas tue was mir nicht so viel Freude bereitet aber deinen Blog zu lesen macht mir mut und ich bin dir Sooo dankbar das du auch über Selbstzweifel schreibst.

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