Wie schaffst du das alles?

Eine Frage, die ich sehr oft gestellt bekomme: „Wie schaffst du das alles?“
Ja,ja. So mit Kind, Studium, Arbeit und zwei frechen Katzen ist das gar nicht so einfach. Aber wie schaffe ich das alles?


 

Ich war in der zweiten Klasse, als meine Mutter Zwillinge zur Welt brachte. Das müsst ihr euch mal vorstellen. zwei Babies in einem Bauch.
Als meine Schwestern am 09.09.99 um 11.11 Uhr (kein Scherz!) zur Welt kamen, ging für mich ein riesen Wunsch in Erfüllung. Ich wollte immer Geschwister haben und dann hatte ich sie endlich. Leider erst, als ich schon sieben Jahre alt war.

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Kinder haben bedeutet nicht,dass man immer Spaß hat. Mit Babies schon gar nicht.
Man muss voll gekackte Windeln wechseln, wird täglich mehrmals angekotzt, ist die ganze Nacht wach, wenn sie krank sind und muss sie die Würmchen beruhigen, wenn sie sich die Seele aus dem Hals schreien, weil sie mal wieder Hunger oder Durst haben.

Ich hatte das „Glück“, dass ich mir mit meinen Schwestern ein Zimmer teilen musste. Müdigkeit begleitet mich also schon mein ganzes Leben.
In der dritten Klasse ging es für mich dann zum ersten mal auf Klassenfahrt. Ich hatte meine ganzen Schreibtischschubladen mit Klebeband zugeklebt, damit die Teufel bloß nicht an meine Sachen gehen.
Als ich dann auf Klassenfahrt war, haben sie es (wie auch immer) dennoch geschafft, mir mein wichtigstes Hab und Gut zu zerstören. Ich werde es ihnen niemals verzeihen. Sie zerstörten mir meine „Hilfe ich bin ein Fisch“ Kassette. In diesem Moment habe ich direkt wieder die Melodie des Kinofilms im Kopf…„I’m a little little fish in the deep blue sea oh somebody help meeeee“
Ich schwör’s euch, ich habe diese Kassette geliebt. Als ich nach Hause kam, sah ich nur noch Überreste von ihr auf meinem Tisch liegen. Diese Monster hatten einfach das ganze Magnetband heraus gezogen.
Kann nicht nachvollziehen, wie einem so etwas Spaß machen kann. Prägendes Ereignis.

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Meine Schwestern waren schon witzig. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Wenn wir am Tisch saßen und aßen, durfte ihr Essen nie „kaputt“ sein. Sie rührten es dann nicht an. Wieso? „Will das nicht essen, das sieht nicht mehr schön aus.“
Ahja Leute, das Auge isst mit! Ist doch klar, dass man ein Stück Kuchen nicht mehr anrührt, wenn ein Krümel abgefallen ist, Mensch!

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Naja. Jedenfalls hatte ich nicht nur einen Wirbelwind um mich herum, ich hatte gleich zwei. Obwohl wir uns ein Zimmer teilen mussten und uns oft stritten, war es eine schöne Zeit.
Als wir nach Groß-Umstadt zogen, hatten wir dann endlich getrennte Zimmer. Wir wohnten aber auf der selben Etage. Papa hatte die glorreiche Idee, selber (selber?selbst? Deutsche Sprache, schwere Sprache!) ein Puppenhaus zu bauen. Ja Mädels, ihr denkt euch jetzt: „ohhh cool, ich wollte immer ein Puppenhaus in pink mit Blümchen!“
Papa hat einfach ein Regal gekauft und es von innen gepimpt. Mit Tapete und so. Ich hab doch gesagt, dass mir die Kreativität in die Wiege gelegt wurde. Ich weiß auch selber (selbst? selber? Man, man, man.), dass ich ein Freak bin, aber von irgendwem muss ich es ja haben.
Jedenfalls stelle er das Teil dann in den Flur. Neben mein Zimmer.
Samstag Früh ,7.00 Uhr: „Hallo Barbie“
„Hallo Ken!“

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Ich wollte mich mal ganz herzlich dafür bei dir bedanken Papa, ich hoffe du liest das. Danke.


Durch meine Geschwister lernte ich, mit Kindern umzugehen. Da ich kein kleines Kind mehr war und viel helfen musste, fiel es mir bei meinem eigenen Kind dann gar nicht so schwer. Ich gebe zu, dass ich acht Wochen nach der Geburt wieder in die Schule wollte, aber als ich Lionel im Arm hielt, brachte ich es nicht über das Herz. Er war noch so klein und ich wollte nicht, dass er zu einer Tagesmutter kommt, während ich die Schulbank drücke.
Ich ging erst nach einem Jahr wieder in die Schule und machte dort weiter, wo ich aufgehört hatte. Lionel kam dann mit einem Jahr in den Kindergarten. Ich bereue es nicht. Er hat durch den Kontakt mit anderen Kindern so viel gelernt, das ist Wahnsinn. Ich hatte wochenlang versucht, ihm das Trinken aus dem Glas beizubringen, er war aber zu faul. Nach nur zwei Tagen im Spielkreis trank er wie ein Weltmeister aus dem Glas. Als  wenn er nie etwas anderes getan hätte. Applaus, das ist mein Junge.


2013 machte ich dann mein Fachabitur in der Fachrichtung Gestaltung (Wer hätte das gedacht).
Im selben Jahr begann mein Studium (Kommunikationsdesign).
Aktuell befinde ich mich im Praxissemester. Das Praktikum absolviere ich in einer Werbeagentur in Frankfurt. Und wie oft muss ich mir dann die Frage anhören: „Und wo ist dann dein Sohn?“ Da frage ich mich immer: „Wo wart ihr denn, wenn eure Eltern arbeiten waren?“ Lionel ist dann natürlich im Kindergarten.
Planung ist das A & O. Meine Kundenshootings lege ich mir immer auf die Wochenenden, an denen er bei seinem Papa ist und zu meinen Sprechzeiten/Arbeitszeiten liegt er im Bett. Das heißt, er bekommt von dem ganzen Trubel überhaupt nichts mit.


Nur weil man früh Mutter wird heißt das nicht, dass das Leben jetzt gelaufen ist. Das ist so ein Schwachsinn und macht mich manchmal echt wütend, vor allem, wenn ich RTL einschalte (und ich guck‘ echt selten TV) und diesen Bullshit sehe: „Teenie-Mütter – Wenn Kinder Kinder kriegen“

In den Medien werden traurigerweise immer nur die negativ Beispiele gezeigt. Viele Menschen denken, dass das die Realität ist und nur so aussehen kann. Ich glaub‘ eher, dass die Damen und Herren, die da mitwirken eine enorme Summe Geld bekommen. Bisschen Blamage für Kohle ist doch nicht übel, oder?!
Es gibt genügend positiv Beispiele und ich kenne eine ganze Menge davon.

Ich wurde mit 18 schwanger und mit 19 Mutter. Mein Kind hat mein Leben verändert, ja. Lionel hat mich aber zu dem gemacht, was ich heute bin. Wenn ich dieses Kind nicht bekommen hätte, hätte ich mir niemals eine Kamera gekauft. Ich hätte kein Abitur gemacht und würde heute nicht studieren. Mein Kind war mein Ansporn.

482 478 496 513


 

Setzt euch Ziele und macht sie wahr.
Es gibt für alles eine Lösung.
Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es auch. Man sollte niemals sagen: „Ich kann das nicht“, wenn man es nicht versucht hat.

Weise Worte am Wochenende.

 

 

 

 

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11 Kommentare

  1. Bin jetzt erst auf deinen Blog aufmerksam geworden ^^ Hab heute erst Super Boy und dann diesen BlogPost gelesen. Und ich muss sagen du kommst einfach super sympathisch und authentisch rüber. Ich bin auch früh Mama geworden (1Jahr später als du) und finde es großartig, man lernt viel besser mit dem Leben umzugehen und Leute die sagen, das Leben wäre nun vorbei, haben den Sinn einfach nicht gesehen. Kinder geben einem soviel. Vorallem das Eigene <3 und mit der richtigen Organisation und Planung schafft man eh alles. Mach weiter so!

  2. Was immer ich von Dir lese: du bist authentisch, erfrischend und optimistisch! – Ich lese sonst keine Blogs, ich schnorchel da nicht viel rum – aber bei dir darf/muss man hängenbleiben und lesen! – Einen schönen Frühling, mit vielen schönen Erlebnissen mit Kind und Models wünsche ich Dir!

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