Das Getting Ready am Hochzeitstag – Tipps fuer Fotografen und Brautpaare

10. April 2019

Spätestens wenn man verlobt ist, hört man zum ersten Mal vom sogenannten „Getting Ready“.
Ganz viele wissen allerdings gar nicht, was sie sich darunter vorstellen sollen.
Heute möchte ich euch ein wenig aufklären und euch ein paar hilfreiche Tipps geben!

Das Getting Ready (zu deutsch „fertig werden“) beschreibt die „Verwandlung“ von der Frau zur Braut. In der Regel findet das Getting Ready im Elternhaus der Braut oder in einem Hotel statt. Oft ist das Getting Ready für den Fotografen der Start in den Tag. Wenn ich an meine bisherigen Getting Readys denke, habe ich sofort den Geruch von Haarspray, Sekt und Make-Up in der Nase. Hier herrscht meist eine ganz aufgeregte, freudige aber auch emotionale Stimmung. Weil hier oft die ersten Tränen fließen, ist Empathie seitens des Fotografen sehr wichtig und die Sympathie, von der ich immerzu spreche, kommt gleich zu Beginn des Tages zum Tragen.

Leider verzichten viele Brautpaare auf das Getting Ready, weil sie denken, dass der Fotograf von Anfang an dabei ist und Unruhe ins Geschehen bringt. Ich kann euch beruhigen, denn dem ist nicht so oder sollte zumindest nicht so sein. Der Fotograf kommt erst, wenn das Styling in den letzten Zügen ist und sollte sich recht unauffällig verhalten. Ich sage immer, dass ich der unsichtbare Gast bin 😉

Wieder andere finden, dass ihre Räumlichkeiten nicht so schön sind und verzichten deshalb auf das Getting Ready. Auch hier kann ich euch die Sorge nehmen. Es gibt einige Tricks, um in unschönen Locations schöne Fotos entstehen zu lassen. Man kann beispielsweise überwiegend Nahaufnahmen machen und/oder die Fotos monochrom sprich schwarz/weiß bearbeiten, wenn der Hintergrund zu unruhig ist. Schwarz/weiß Fotos bringen die Stimmung oft ganz anders rüber als farbige Aufnahmen.

An diesem Tag steht nicht die Einrichtung im Vordergrund! Es sind die Emotionen, die den Tag so besonders machen und deswegen entscheiden sich auch so viele Menschen für die Hochzeitsreportage. Diese ist authentisch und ungestellt und zeigt euren großen Tag so, wie er wirklich ist. Ihr solltet lediglich darauf achten, dass die Räume hell (am besten viel Tageslichteinfall) und nicht zu eng sind, damit der Fotograf sich ein bisschen austoben kann. Außerdem sollte der Raum stets ordentlich sein – die Kamera sieht schließlich alles!

Logischerweise ist bei der Braut der Morgen etwas aufregender als bei dem Mann und auch die Detailaufnahmen nehmen etwas mehr Zeit in Anspruch. Da ich die Hochzeiten alleine fotografiere, plane ich für das Getting Ready bei der Braut minimum 40 Minuten und für den Bräutigam minimum 20 Minuten ein. Sollte das Brautpaar spezielle Wünsche haben (z.B. Gruppenfotos im Garten), die mehr Zeit fordern, kann man sowas vorher klären und einplanen. Ihr solltet bloß nie vergessen, die Fahrtzeit von Braut zu Bräutigam zu berücksichtigen, falls sie sich in verschiedenen Orten für die Hochzeit fertig machen.

Wie viele Personen ihr beim Getting Ready um euch haben möchtet, entscheidet ihr ganz alleine. Wichtig ist nur, dass ihr euch wohlfühlt. Bedenkt bitte, dass es lauter und stressiger werden kann, sobald mehr Personen vor Ort sind. Wenn euch der Trubel zu viel wird, werdet ihr den Morgen nicht richtig genießen können. Diese Stimmung wird man dann natürlich auch auf den Fotos sehen, daher empfehle ich wirklich nur die engsten und wichtigsten Personen einzuladen. Um die Stimmung aufzulockern könnt ihr eine entspannte Playlist abspielen und gemeinsam ein Glas Sekt trinken (aber bitte nicht übertreiben :P)

Habt keine Angst vor peinlichen Fotos. Ein guter Fotograf erkennt die richtigen Momente und drückt zur richtigen Zeit auf den Auslöser. Habt also keine Angst, dass beim Anziehen des Kleides plötzlich ein unschönes Foto im Schlüppi auftaucht 😉

Damit ihr euch outfittechnisch schonmal auf den Tag einstimmen könnt, empfehle ich Kimonos aus Satin. Diese könnt ihr zum Beispiel mit „Braut“, „Brautjungfer“, „Mutter der Braut“ etc. besticken lassen. Das sieht auf den Fotos nicht nur schöner aus, es macht euer Styling nicht kaputt! Wenn ihr ein Oberteil anzieht, das ihr kopfüber ausziehen müsst, geht ihr das Risiko ein, die Frisur und das Make-Up zu zerstören.

Hängt das Brautkleid auf einem schönen Kleiderbügel (auf Etsy findet ihr ganz tolle personalisierte Kleiderbügel!) auf (z.B.an einen Baum, einen schönen Schrank, ans Fenster etc.) damit es keine unnötigen Falten bekommt. So wird es außerdem schön für ein Foto in Szene gesetzt.

Es sind die ganzen Details, die das Getting Ready zu etwas Besonderem machen. Wenn ihr dem Fotografen etwas Arbeit ersparen möchtet, könnt ihr die Accessoires schon einmal bereit legen (Schmuck, Ringe, Schleier, Schuhe, Parfüm usw.). So geht obendrein nicht unnötig Zeit verloren.

An diesem Morgen ist übrigens auch der perfekte Zeitpunkt, um euch bei euren Brautjungfern und Eltern mit einer Kleinigkeit zu bedanken. Als ich damals Brautjungfer war, bekam ich ein wunderschönes Armband, auf welchem „Brautjungfer“ stand. Ich habe mich sehr darüber gefreut!

Die Männer brauchen nebenbei bemerkt nicht denken, dass sie beim Getting Ready aus dem Schneider sind, nur weil es bei ihnen etwas schneller geht. Für die Herren gilt also das selbe: Alle Accessoires bereit legen, Haare stylen, Fliege/Krawatte binden, Schuhe binden, mit den Kumpels anstoßen u.u.u.

Für mich ist das Getting Ready ein unverzichtbarer Teil der Hochzeitsreportage. Ohne diese Fotos/ Videos wisst ihr nicht, wie euer Partner den Morgen verbracht hat, also macht euch nochmal in Ruhe Gedanken, ob ihr auf diesen Teil der Reportage wirklich verzichten möchtet.

Eure Désirée